Chronik | Burgenland
05.09.2017

Neuer Krages-Chef sollte Mediziner sein

Nach Rauswurf von Rene Schnedl sucht Land neuen Spitäler-Chef

Dieser Job ist nichts für schwache Nerven: Das Land Burgenland sucht per 1. Jänner 2018 für die Krankenanstaltengesellschaft (Krages) einen neuen Chef oder eine neue Chefin. Am Wochenende wurde die Ausschreibung veröffentlicht, die Bewerbungsfrist endet am 7. Oktober. Wie berichtet ist Ex-Krages-Boss René Schnedl im April zur Halbzeit seines Fünfjahres-Vertrags fristlos entlassen worden und bekämpft den Rausschmiss vor dem Arbeits- und Sozialgericht. Das Land wirft ihm Unregelmäßigkeiten u.a. bei Boni-Auszahlungen vor, Schnedl vermutet, man habe ihm die schonungslose Offenheit zu Kosten und Zeitplan fürs Krankenhaus in Oberwart übel genommen.

Mediziner an der Spitze

Drei Aspekte fallen bei der aktuellen Suche nach einem Krages-Chef besonders auf: Ein abgeschlossenes Medizinstudium sei "von Vorteil", heißt es erstmals in der Ausschreibung. Die bisherigen Krages-Chefs waren allesamt Betriebs- oder Volkswirte. Zweitens liegt die Vorauswahl nicht mehr bei einem externen Personalberater in Wien, sondern beim Beteiligungsreferat des Landes und drittens sinkt das Salär: 2014 war ein Jahresbrutto von 160.000 Euro angegeben, jetzt sind es 150.000 Euro. Allerdings auch deshalb, weil die Geschäftsführung für Krages und Burgef (Burgenländischer Gesundheitsfonds) künftig getrennt sind.

Weil neben dem Medizinstudium bloß "umfassende Erfahrung im Bereich der Betriebswirtschaft" verlangt wird, sagt ein Insider zum KURIER, damit könne den Job jeder Mediziner machen, der eine Zeitlang Mitglied einer ärztlichen Direktion war. Die als heiße Kandidatin gehandelte Direktorin des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, Anette Severing, winkt ab: "Ich bewerbe mich ganz sicher nicht".