Chronik | Burgenland
21.11.2017

Neuer Krages-Chef kommt aus Wels

Erstgereiht. Dietbert Timmerer (49) soll dem geschassten René Schnedl möglichst bald nachfolgen.

Während die landeseigene Krankenanstaltengesellschaft Krages mit ihrem früheren Geschäftsführer René Schnedl nur noch vor Gericht verkehrt – der KURIER hat berichtet – ist man bei der Suche nach einem Nachfolger fündig geworden: Wie der KURIER aus sicherer Quelle in Erfahrung bringen konnte, soll Dietbert Timmerer neuer Chef von mehr als 2000 Mitarbeitern werden. Der 49-jährige Jurist wurde vom Wiener Personalberatungsunternehmen Boyden auf Herz und Nieren geprüft und an die Spitze eines Dreiervorschlags gereiht – "mit großem Abstand", wie ein Insider anmerkt. Dass die Landesregierung, die die Personalie formal beschließen muss, der Empfehlung der Experten Folge leistet, gilt als sicher.

Timmerer ist aktuell Geschäftsführer des Klinikums Wels-Grieskirchen in Oberösterreich und seit rund 20 Jahren im Gesundheitsbereich tätig. Er hat auch ein Medizinstudium begonnen, aber nicht abgeschlossen.

Laut Ausschreibung beginnt der neue Geschäftsführer-Vertrag am 1. Jänner 2018 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Ob der künftige Chef der Krages und ihrer vier Krankenhäuser in Güssing, Oberwart, Oberpullendorf und Kittsee tatsächlich schon zu Jahresbeginn startet, ist ebenso noch Verhandlungsgegenstand wie sein Gehalt.

Die Krages hat potenziellen Bewerbern für den Posten ein Jahresbrutto von 150.000 Euro angeboten, Vordienstzeiten und entsprechende Erfahrung werden aber sicher eigens honoriert.

Mehr als 20 Interessenten hatten sich ursprünglich für den Job gemeldet, die Hälfte hatte sich erst kurz vor Nennschluss dazu entschlossen. In der Ausschreibung wurde umfassende Erfahrung in der Betriebswirtschaft verlangt und ein abgeschlossenes Medizinstudium als vorteilhaft erwähnt.

Nötig geworden war die Suche nach einer neuen Spitze für die vier Landesspitäler, nachdem Schnedl im April des heurigen Jahres zur Halbzeit seines Fünfjahres-Vertrags fristlos entlassen worden war. Seither bekämpft er den Rausschmiss vor dem Arbeits- und Sozialgericht in Wiener Neustadt.