Netzhaut-Diagnose in zwei Minuten

© Bild: MANFRED IMRE

Das langwierige Eintropfen ist Geschichte. Die moderne Technologie "Optomap" feiert in Großpetersdorf seine Burgenland-Premiere.

Auf den Namen "Optomap" hört die innovative Errungenschaft, die seit September in der Praxis von Augenfacharzt Wilfried Obermayer ihren Dienst versieht. Nur vier Geräte dieser Art gibt es derzeit in Österreich, in Großpetersdorf wird die Burgenland-Premiere gefeiert.
Einen Meilenstein, der die Lebensqualität der Patienten heben werde, nennt es gar Gesundheits-Landesrat Peter Rezar.

Durch die moderne Technologie wird ein ultraweiter Einblick in die Netzhaut ermöglicht, zwei Minuten dauert die - völlig schmerzfreie - Prozedur. Das bisher langwierige Eintropfen zur Erweiterung der Pupille ist somit Geschichte. "Man kann sofort wieder Auto fahren oder Arbeiten gehen", erläutert Obermayer die Vorteile. "Ich bin ein großer Verfechter der Vorsorge, denn wenn man früh genug draufkommt, dann kann man mit geringen Mitteln etwas machen."

Mehr als 80 Prozent der Netzhaut und auch die darunter liegende Aderhaut werden mit dem Laser gescannt. "Das Gerät ist auch eine Rückversicherung für mich, damit ich ja nichts übersehen kann", betont der Augenarzt. Zwischen 100.000 und 120.000 Euro - je nach Ausstattung - kostet die Anschaffung.

Frühstadium 

Schleichende Defekte können ebenso frühzeitig erkannt werden wie bevorstehende Netzhautablösungen, oder Grüner Star. Unter Umständen kann sogar eine Erblindung verhindert werden. Selbst Tumore und Melanome, die sehr weit außen sitzen würden, könnten durch die Methode festgestellt werden. Auch Folgeerkrankungen (Diabetes, Hypertonie, Herz-Kreislauf-Beschwerden) sind bei gezielter Untersuchung der Netzhaut im Frühstadium zu diagnostizieren. "Es gibt aber auch einen Wermutstropfen, die Krankenkasse zahlt nicht, eine Behandlung kostet 41 Euro", sagt Obermayer.

Ein positives Zeugnis stellt Landesrat Rezar den Präventionsprojekten der heimischen Gesundheitsvorsorge aus: "In Österreich und sogar teilweise international sind wir führend." Erst vor Kurzem wurde die Schulaktion "Schlaue Augen sehen besser" gestartet.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011