Chronik | Burgenland
16.09.2017

Nach Streichung von Bahnlinie: "Unhaltbare Zustände für Kinder"

Fahrplanumstellung führt zu überfüllten Bussen. Eltern kämpfen für Wiederaufnahme der Zugverbindung.

Nun reicht es einigen Familien im Nordburgenland. Seit der Fahrplanumstellung der ÖBB im Dezember 2016, bei der die Verbindung von Eisenstadt nach Wien um 13.54 Uhr ersatzlos gestrichen wurde, herrschen laut Eltern unzumutbare Zustände. Demnach sei es nicht mehr möglich, dass ihre Kinder nach der sechsten Schulstunde zügig und sicher nach Hause kommen. "Die nächste Möglichkeit für diese Kinder nach Hause zu kommen besteht nach einer Stunde Wartezeit mit dem Zug um 14.29 Uhr. Betroffen sind Schüler aus Schützen am Gebirge, Donnerskirchen, Purbach, Breitenbrunn, Winden, Jois, Neusiedl am See und Parndorf", sagt Dorien Popovich, Sprecherin der Elterninitiative "Eltern für bessere Öffis".

Zwar gibt es zwei Busse, die vom Domplatz in Eisenstadt wegfahren, diese seien jedoch durch den Wegfall der Bahnlinie überfüllt. "Es kommt regelmäßig zu einem Gerangel, weil nicht alle Kinder in den Bus hineinpassen. Bei einer anderen Station zusteigen ist dann gar nicht mehr möglich", sagt Popovich. Viele Kinder würden auf der 30 Kilometer langen Strecke im Gang stehen müssen.

Außerdem wird einer der Busse nur bis Purbach geführt, der zweite nur bis zur Alten Mauth in Neusiedl am See. "Mir geht es um die Sicherheit der Kinder. Stehend in einem Bus, der 100 km/h über die B50 fährt ist bedenklich", sagt Doris Hörler, eine betroffene Mutter aus Jois.

Trotz intensiver Bemühungen der Eltern hätten ÖBB und VOR (Verkehrsverbund Ost Region) noch nichts an der Situation geändert. Daher haben die Eltern seit der Umstellung im Dezember Fahrgemeinschaften gegründet, um die Kinder von der Busstation Alte Mauth abzuholen und bis nach Parndorf zu bringen. "Bisher haben wir es mit zwei Autos geschafft. Aber im heurigen Schuljahr sind zwölf Kinder dazugekommen, jetzt sind es 25. Das schaffen wir nicht mehr", sagt Popovich.

VOR will reagieren

Von Seiten der ÖBB kann man die Kritik nicht nachvollziehen. "Der Grund war, dass die burgenländischen Pendler mit dem Halbstundentakt von Wien nach Neusiedl und Eisenstadt unzufrieden waren. In Abstimmung mit dem VOR haben wir diesen daher um eine Stunde zurückverlegt", heißt es von den ÖBB. Dadurch habe sich die Verschiebung der Gegenzüge und die angeführte Fahrplanlücke ergeben. Eine Wiedereinführung sei nicht geplant.

Vom VOR heißt es, dass man das Problem kennt. "Wir wissen, dass ein Bus an der Kapazitätsgrenze ist. Wir sind dabei, uns die Situation genau anzusehen", sagt Sprecher Georg Huemer. Spätestens in zwei Wochen wolle man zu einer Lösung kommen. "Entweder gelingt eine bessere Verteilung der Kinder auf die Busse oder es muss ein weiterer eingesetzt werden."