Bürgermeister Erich Goldenitsch rechnet mit einer Volksabstimmung im Mai oder Juni

© /Natascha Marakovits

Kloster in St. Andrä
03/09/2017

Nach Okay für Volksabstimmung scheint Geduld der Kirche erschöpft

Die Gegner haben die nötigen Unterschriften beisammen. Plebiszit im Mai oder Juni.

von Thomas Orovits

Die formalen Beschlüsse im Gemeinderat von St. Andrä stehen zwar noch aus, aber alle Zeichen deuten auf eine Volksabstimmung über den Bau eines orthodoxen Klosters hin. Bürgermeister Erich Goldenitsch (SPÖ) rechnet mit dem Plebiszit "Ende Mai oder in der ersten Junihälfte", wie er dem KURIER am Mittwoch sagte. Die Kloster-Gegner, die den Standort neben einer Wohnsiedlung ablehnen, hätten im zweiten Anlauf die zur Durchführung einer Volksabstimmung notwendigen 329 Unterstützungserklärungen (ein Viertel der Wahlberechtigten) deutlich überschritten – Goldenitsch sprach von 367 Unterschriften.

Zweiter Anlauf

Wie berichtet, hatte ein Personenkomitee rund um Gerhard Mauersics Ende Jänner im Gemeindeamt 382 Unterschriften deponiert. Weil aber 145 als nicht vollständig beanstandet wurden, mussten die Kloster-Kritiker innerhalb einer Nachfrist nachbessern. In Summe wurden danach 372 Unterstützungserklärungen neu eingereicht, die von Experten der Gemeindeabteilung im Eisenstädter Landhaus geprüft wurden. Fazit: Diesmal wurde nur wenige Unterschriften ausgesiebt.

Dass die Gemeindeabteilung eingeschaltet wurde, hatte Mauersics scharf kritisiert. Die Gemeindeabteilung habe St. Andrä "bei der Prüfung der verbesserten Antragslisten wiederum beratend unterstützt", erklärte dazu Abteilungschefin Brigitte Novosel. Eine solche Hilfestellung werde "allen Gemeinden gewährt, die diese Serviceleistung in Anspruch nehmen möchten". Die endgültige Prüfung der Antragslisten "obliegt jedoch allein dem Gemeinderat", stellte Novosel klar.

Wie geht’s weiter? In der nächsten Gemeinderatssitzung, vermutlich am Freitag kommender Woche, soll ein Bescheid über die gültige Anzahl der Unterschriften abgesegnet werden. Die Kloster-Kritiker werden wohl darauf verzichten, den Bescheid zu bekämpfen. In einer neuerlichen Gemeinderatssitzung wird der Termin für die Volksabstimmung beschlossen. Die Gegner des Klosters wollen erreichen, dass die vom Gemeinderat bereits vor längerer Zeit beschlossene Umwidmung des Grundstücks in Bauland-Sondergebiet-Kloster aufgehoben wird.

Wie reagiert die Diözese? Der Klosterbau liege im "Ermessen der griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria", sagt Diözesan-Sprecher Dominik Orieschnig. Es wäre aber "nicht verwunderlich, wenn man nach den vielen bewusst im Ort verbreiteten Falschmeldungen und religionsfeindlichen, antiorthodoxen und eindeutig xenophoben Untertönen auf die Gastfreundschaft des Ortes lieber verzichten würde", spricht Orieschnig Klartext.

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