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© ROLAND PITTNER /Roland Pittner

Chronik | Burgenland
08/03/2016

Nach Messer-Attacke: Polizei will Alkoholverbot in Asylquartieren

Betrunkener Asylwerber aus Mali bedrohte drei Menschen mit einem Messer.

"Es ist Unruhe im Ort", erklärt Bürgermeister Manfred Kertelics im KURIER-Gespräch. In Asylunterkünften in Deutsch Tschantschendorf ist es wiederholt zu Vorfällen gekommen, die Aufregung ist groß.

Erst am Montag gab es wieder eine Auseinandersetzung zwischen Asylwerbern. Ein 30-jähriger Mann aus Mali bedrohte eine 41-jährige Frau aus Afghanistan mit einem 23 Zentimeter langen Messer. Er drohte weiters, den Mann der Frau umbringen zu wollen und auch der Geschäftsführerin der Unterkunft. Die Polizei konnte den Mann festnehmen, verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Aufgrund der starken Alkoholisierung des 30-Jährigen konnte er zuerst nicht einvernommen werden. Am nächsten Tag bestritt der Mann alle ihm zu Last gelegten Taten. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Anzeige auf freiem Fuß an.

Alkoholverbot

Des öfteren kam es im Burgenland zu Polizeieinsätzen, weil betrunkene Asylwerber in Streit geraten waren. Es kam zu Raufereien und Drohungen, es gab auch schon einige Verletzte. "Wir versuchen in Gesprächen mit den Unterkunftgebern darauf hinzuwirken, dass Alkoholverbote innerhalb der Quartiere auferlegt werden. Das ist in Wirklichkeit nur die halbe Miete, weil wenn die Bewohner auswärts trinken, kann man auch nichts machen", sagt dazu Werner Fasching, stellvertretender Polizeichef des Landes.

Kontaktbeamte

"In Deutsch Tschantschendorf wird es bald einen eigenen Beamten geben, der geschult ist für dieses Quartier und dort öfter sein wird", weiß Polizeisprecher Helmut Greiner. Für Bürgermeister Kertelics wiederum sind rund 100 Flüchtlinge zu viel, für die Ortschaft mit etwa 200 Einwohner.

Im Großen und Ganzen funktioniere es laut Polizei in den Unterkünften sehr gut. "Aber dort, wo es größere Quartiere gibt, gibt es manchmal Probleme, die sich allerdings größtenteils innerhalb der eigenen Clique abspielen", weiß Fasching. In Rechnitz seien derzeit viele Personen aus Afghanistan untergebracht, jedoch aus verschiedenen Stämmen, die sich untereinander nicht vertragen. Wenn Alkohol konsumiert werde, komme es manchmal zu Streitereien oder Raufereien. "Aber die sonstige Öffentlichkeit ist davon kaum oder ganz selten betroffen", sagte Fasching.

Die Polizei überprüft die Asylunterkünfte ständig, auch in Hinblick auf Radikalisierungen. Gemeinsam mit Vertretern der Bezirkshauptmannschaften und des Landesamts für Verfassungschutz werden die Kontrollen durchgeführt.