Chronik | Burgenland
26.01.2018

Müllverbrennung erhitzt Gemüter

SP fürchtet Schadstoffbelastung und ortet Vertuschung, Stadtchef sieht "Panikmache".

Das Biomasse-Heizkraftwerk am Rand von Oberwart sorgte bisher für wenig Aufregung. Von der Energie Burgenland gebaut und betrieben, wurde es im Dezember 2017 an die Firma Schmid Industrieholding verkauft.

"Wir haben vor einigen Tagen erfahren, dass hier betrieben von Bürgermeister Georg Rosner eine Müllverbrennungsanlage geplant ist", erklärt SP-Landesrat Hans Peter Doskozil, flankiert von seinen Parteikollegen Christian Dax, Christian Drobits, Doris Prohaska und Stadtrat Karl Heinz Gruber am Freitag in Oberwart. Die SPÖ scheint sich einig: "Diese Anlage muss verhindert werden".

Schadstoffbelastung

Befürchtet wird Gestank und eine erhöhte Schadstoffbelastung, außerdem fürchten die SP-Politiker, dass über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wird. Unterschriftenlisten und eine Infoveranstaltung sind geplant . In einem Probebetrieb sollen Papierreste mit einem Plastikanteil verheizt werden. In der zweiten Ausbaustufe soll eine Schmelzanlage für die Zementproduktion errichtet werden, weiß Doskozil.

ÖVP-Bürgermeister Georg Rosner versteht die Aufregung nicht. Die Firma will einen Testbetrieb der Anlage starten, dazu sollen vor allem Papiermüll und eventuelle Plastikrückstände, die sich darin befinden, verfeuert werden. "Dagegen haben wir keine Parteienstellung", sagt Rosner. In der zweiten Ausbaustufe plane der Industriebetrieb eine Verschmelzungsanlage für nicht gefährliche Stoffe, ob das allerdings umgesetzt wird, werde sich erst zeigen.

"Die Oberwarter so zu verunsichern ist verantwortungslos", erklärt der Bürgermeister. "Wir haben es im Stadtrat besprochen. Von einem Vorbeischummeln am Gemeinderat kann überhaupt keine Rede sein", sagt Rosner: "Hier wird von der SPÖ politisches Kleingeld gewechselt."

Studie

"Die von der (Schmid-Tochter, Anm.) BIO-Brennstoff GmbH übernommene Anlage soll wieder mit Biomasse in Betrieb genommen werden und Strom und Heizwärme für Oberwart erzeugen. Weiters gibt es eine Projektstudie für den Einsatz weiterer Brennstoffe", heißt es von der Firma. Die Gespräche wurden nicht nur mit der Gemeinde geführt, sondern auch mit den Sachverständigen des Landes. Auch der Umweltanwalt bestätigt seine Teilnahme, es sei aber noch nichts Konkretes verhandelt worden."Das Projekt wurde auch dem Land vorgestellt. Seitens der Landesamtsdirektion wurde uns Unterstützung zugesagt", sagt ein Pressesprecher der Schmid Holding. Weitere Gespräche sind für Ende Februar geplant.