Chronik | Burgenland
23.12.2016

Mordfall Rosi: Kein Mord im Affekt, Täter hatte ein Motiv

Bei den Ermittlungen im Mordfall Rosi ist das Cold-Case-Team des Bundeskriminalamtes wieder einen Schritt weiter. Es gebe derzeit mehrere Hypothesen zum Tathergang. "Wir wissen jetzt, dass der Täter ein bestimmtes Motiv hatte und es kein Affektmord war", erklärt Chef-Ermittler Kurt Linzer. Welches Motiv den Täter dazu gebracht hat, sein Opfer – eine Prostituierte aus der Dominikanischen Republik – zu erwürgen und in der Nähe einer Pferdekoppel bei St. Margarethen im Burgenland abzulegen, will Linzer aus ermittlungstechnischen Gründen nicht bekannt geben. Nur so viel: "Wir ermitteln in eine bestimmte Richtung."

Wie der KURIER berichtete, konnte die Identität der Toten, die im Jahr 1993 stark verwest aufgefunden wurde im August 2016 nach 23 Jahren geklärt werden. Das Cold-Case-Management hatte den Fall im heurigen Jahr neu aufgerollt. Nach einem Aufruf zur Mithilfe an die Bevölkerung haben sich etliche Zeugen beim Bundeskriminalamt gemeldet. "Viele kannten die Frau vom Sehen, weil sie sich damals tagsüber oft im Stadtkern von Eisenstadt und Mattersburg aufgehalten hat, um Kaffee zu trinken oder einkaufen zu gehen", erzählt Linzer. Jemand will Rosi auch in einem Bus nach Wiener Neustadt gesehen haben, danach verliert sich ihre Spur.

43 Personen haben die Kriminalpolizisten seit August dieses Jahres "intensiv vernommen", unter anderem mit Hilfe von Interpol. Viele Zeugen, darunter auch ehemalige Prostituierte – leben nämlich mittlerweile im Ausland, sagt Linzer.