Chronik | Burgenland
16.01.2012

Mogersdorf: Historisch, aber nicht von gestern

VP-Bürgermeister Korpitsch ist ein Verfechter der kleinen Einheiten: Vizebürgermeister sind nicht notwendig.

Die Geschichte ist greifbar, der Boden ein historischer: Am 1. August 1664 besiegte Feldherr Fürst Raimund Montecuccoli nahe Mogersdorf mit einer vereinten christlichen Allianz das übermächtige Türkenheer.

Gegenwärtig fungiert Josef Korpitsch als "Feldherr" der südburgenländischen Ort-schaft, seit 2007 leitet er als VP-Bürgermeister die Geschicke und sieht sich ebenfalls einer "Übermacht", wenn auch keiner feindlichen, gegenüber. Im Gemeinderat hält nämlich die SPÖ mit elf zu acht Stimmen die Mehrheit.

"Das ist sehr spannend, bedeutet aber, dass wir sehr intensiv arbeiten müssen. Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam, sonst würde kein Projekt umgesetzt werden", erklärt Korpitsch. Dennoch macht der 47-Jährige, im Brotberuf Landwirt, keinen Hehl daraus, dass er im Oktober die Verhältnisse im Gemeinderat zu Gunsten der ÖVP korrigieren möchte. "Ich werde wieder kandidieren, es wird ein kurzer Wahlkampf, vor allem Hausbesuche."

Das Budget sei im Lot, sogar Schulden habe man abgebaut. Als eine von wenigen Gemeinden im Bezirk Jennersdorf, wie Korpitsch betont. Der ordentliche Haushalt kalkuliert für 2012 mit 1,730 Millionen Euro, im außerordentlichen stehen 49.100 Euro zu Buche.

Sparpotenzial

Energieautark möchte man werden, die öffentlichen Gebäude wurden bereits auf Biofernwärme umgerüstet. Im Rahmen der Dorferneuerung soll die Fotovoltaik forciert werden, Gemeindeamt und Gesundheitszentrum geben die Vorreiter. Das Thema Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität rückt in den Fokus, die unmittelbare Nähe zu Ungarn sieht der VP-Politiker als Chance: "Kooperationen sind in Planung, vor allem in den Bereichen Naturpark und Schule."

Ein Verfechter der kleinen Einheiten sei er, diese sollten auch bestehen bleiben, dennoch wird Sparpotenzial geortet. "Die Gemeinderäte kann man verkleinern, man benötigt zudem nicht unbedingt Vizebürgermeister, diese Aufgabe können Ortsvorsteher übernehmen." Mit der eingangs erwähnten Geschichte könne man umgehen, von 3. bis 6. Juli hält das Kulturhistorische Symposium Hof in Mogersdorf. "Wir profitieren zwar von unserer Historie, müssen aber die Gastronomie forcieren, damit die Besucher länger bleiben", gibt Korpitsch die Zielsetzung vor.