Bürgermeister Friedl: „Die Schäden sind für die Gemeinde untragbar“

© /Natascha Marakovits

Naturschutz
02/15/2016

Mit neuer App auf den Spuren der Biber

Anhand einer App sollen Infos zum Bestand der Nager besser erfasst werden können.

von Natascha Marakovits

"Wir haben bereits einen Schaden von rund 750.000 Euro", beklagt Werner Friedl, Bürgermeister von Zurndorf (SPÖ) und Obmann des Leithaverbandes 1. In den vergangenen Jahren habe sich laut Friedl der Biberbestand in seiner Gemeinde rasant vermehrt. Dadurch würde es zu massiven Schäden in der Landwirtschaft kommen. "Biber nutzen die Hochwasserdämme für die Errichtung eigener Bauten, wodurch die Dämme untergraben werden und ihren Zweck nicht mehr erfüllen können. Schon bei geringen Regenmengen stehen Felder unter Wasser."

Probleme durch Biber gibt es jedoch nicht nur in der Gemeinde Zurndorf, sondern auch in allen Regionen entlang der Leitha, aber auch im Lafnitztal und entlang der Pinka, erklärt Andreas Ranner von der zuständigen Naturschutzabteilung des Landes. "Biber breiten sich mittlerweile im ganzen Land aus und natürlich kommt es durch die Schäden, die sie anrichten, zu Problemen", sagt er. Ranner geht davon aus, dass es derzeit rund 500 Biber im Burgenland gibt. "Genaue Zahlen haben wir nicht."

Bewusstsein schaffen

Mit einer neuen App für das Smartphone will man nun genauere Informationen über die Verbreitung und den Bestand der Tiere erhalten. Nach einer Einschulung durch einen Experten können sich Interessierte auf die Suche nach Biberspuren machen. "Es ist toll, dass sich jede und jeder an diesem Projekt beteiligen kann. Damit steigt das Verständnis für den Biber und generell für Naturschutzbelange", meint der Grüne Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller.

Bereits seit April des vergangenen Jahres gibt es im Burgenland das sogenannte Biber-Management. "Aufgabe ist es, Probleme zu analysieren und Maßnahmen vorzuschlagen, die den geringsten Eingriff darstellen, aber zu einer wirksamen Lösung führen", erklärt Ranner. In erster Linie würde dies durch das Zerstören oder Absenken der Biberdämme geschehen. "Erst das allerletzte Mittel wäre das Abfangen oder gar die Tötung der Tiere", sagt Andreas Ranner.

Werner Friedl hofft jedenfalls, dass es bald eine fruchtbare Lösung gibt: "Ansonsten werden wir uns etwas überlegen müssen. Die Kosten, die durch die Schäden verursacht werden, kann die Gemeinde nicht alleine tragen."

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