Chronik | Burgenland
29.12.2011

Mischendorf: "Es geht nicht um Eitelkeiten"

Brigitte Schendl übernimmt mit Jänner 2012 die Geschäfte von SP-Bürgermeister Johann Wagner.

Der Bezirk Oberwart wird weiblich. Zumindest die Bürgermeister-Posten betreffend. Nach Renate Habetler in Bernstein, übernimmt im neuen Jahr Brigitte Schendl in Mischendorf die Geschäfte von ihrem roten Amtsvorgänger. Voraussichtlich am Freitag, den 13. Jänner, wird die 42-Jährige Langzeit-Bürgermeister Johann Wagner – er stand der südburgenländischen Gemeinde drei Perioden vor – beerben. Das Datum sorgt für keinerlei Kopfzerbrechen. "Ich bin nicht abergläubig", sagt Schendl im KURIER-Gespräch.

Eher durch Zufall sei die kaufmännische Angestellte in die Politik gekommen, ihrer Schwiegermutter habe sie seinerzeit geholfen, den Faschingsball der SPÖ-Frauen zu organisieren. Seit zwölf Jahren sei sie dabei, seit sechs Jahren als Obfrau in leitender Funktion (Gemeinderat: 12 S: 9 V).

"Sich politisch zu engagieren, war so nie angedacht, alles hat sich Schritt für Schritt ergeben", erklärt Schendl, Ortsvorsteherin von Mischendorf und seit 2009 auch im Bezirksparteivorstand. Die Entscheidung, das Amt des höchsten Gemeindevertreters zu übernehmen, habe sie sich nicht leicht gemacht. In der einberufenen Familienkonferenz mit ihrem Mann und zwei Söhnen wurde diskutiert und schließlich das Okay eingeholt.

Projekte 

"Ich möchte, dass die Zusammenarbeit zwischen SPÖ und ÖVP auch weiterhin so gut funktioniert", betont Schendl. "Es geht nicht um persönliche Eitelkeiten, sondern wir arbeiten für Mischendorf."

Die Bevölkerung solle gerne in der Gemeinde mit ihren sechs Ortsteilen leben, im Rahmen des Budgets werde versucht, Projekte zu verwirklichen. "Die Straßenbeleuchtung in allen Ortsteilen werden wir im Frühjahr angehen, der Hochwasserschutz ist nahezu abgeschlossen." Die 42-Jährige gibt sich keinen Illusionen hin, wenn sie meint: "Man kann ohnehin nicht allen alles recht machen."

Wirtschaftlich sei die 2000 Seelen-Gemeinde gut aufgestellt. "Ein guter Politiker sollte nicht abgehoben sein und außerdem niemals vergessen, dass man von der Bevölkerung gewählt wurde", erklärt Schendl.