"Mein Kater wurde erschossen"

Kater Kasimir wurde für spezielle Therapien ausgebildet, jetzt ist er tot.
Foto: privat

Im Südburgenland wurde ein Kater, der für Therapie eingesetzt werden sollte,erschossen. Vier Pfotenschaltet sich ein.

Ein Fall von Tierquälerei beschäftigt derzeit die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Bereits vor einigen Wochen soll ein Südburgenländer den Kater seiner Nachbarin erschossen haben. Die Besitzerin des Tieres, Jasmin Nagl, hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

"Ich war gerade im Haus meiner Eltern, als ich draußen einen Schuss hörte. Ich lief ins Freie und habe meinen Kater Kasimir im Garten des Nachbarn liegen gesehen. Sein weißes Fell war voll Blut, er wurde erschossen", schildert Nagl dem KURIER. Der Tierarzt habe bestätigt, dass es sich um eine tödliche Schusswunde handelte.
Nach der Anzeige bei der Polizei, nahm diese die Ermittlungen auf.

"Nach einer Hausdurchsuchung haben die Beamten die Luftdruckpistole beim 21-jährigen Nachbarsohn gefunden. Er hat dann zugegeben, dass er auf den Kater geschossen hat", sagt Nagl.

Auf Anfrage des KURIER wollte man von Seiten der beschuldigten Nachbarn keinen Kommentar zu den Vorwürfen abgeben.

Nagl hat Kasimir vor zwei Jahren gefunden und aufgezogen. Die Sonderschullehrerin - sie unterrichtet in Wien - hat den Kater auch für tiergestützte Therapien trainiert. Kasimir sollte im sonderpädagogischen Bereich eingesetzt werden und habe somit einen besonderen Wert, den seine Besitzerin aber nicht beziffern könne. Sie habe nun einen Anwalt engagiert und Vier Pfoten eingeschaltet.

Anklage

Jürgen Faulmann, Consultant bei der Tierschutzorganisation, hofft nun, dass die Staatsanwaltschaft Eisenstadt Anklage wegen Tierquälerei gegen den mutmaßlichen Täter erhebt. "Obwohl die Sachlage klar ist, befürchten wir, dass die Staatsanwaltschaft auch diesmal wieder untätig bleibt", kritisiert Faulmann. Auch im Fall der "eingesperrten Füchse im Mittelburgenland" sowie der "vergifteten Kröten am Forchtensteiner Stausee" - der KURIER berichtete - habe die Staatsanwaltschaft die Verfahren wegen Tierquälerei eingestellt. "Falls es diesmal wieder nicht zur Anklage kommt, behalten wir uns juristische Schritte gegen die Staatsanwaltschaft vor", sagt Vier Pfoten-Geschäftsführerin Johanna Stadler.

"Sollen sie das doch tun", sieht Wolfgang Swoboda von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt der Ankündigung gelassen entgegen. Der Fall am Stausee Forchtenstein sei eingestellt worden, bestätigt Swoboda. Alle vier Jahre werde dort eine hygienische Reinigung durchgeführt, um die Wasserqualität zu gewährleisten, dabei seien vier bis fünf Amphibien gestorben. Aber mutwilliges Töten liege nicht vor. Zur Causa des eingesperrten Fuchses konnte der Staatsanwalt keine Auskunft geben.

Der Fall "Kasimir" liege noch am Bezirksgericht. "Sollte mutwilliges Töten vorliegen, werden wir selbstverständlich ein Verfahren einleiten", betont Swoboda.

(kurier / Claudia Koglbauer, Manfred Imre) Erstellt am
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