Chronik | Burgenland
02.06.2017

Marzer SPÖ tritt mit Zugereisten zum Gemeindewahl-Comeback an

Seit 2012 ist die SPÖ nicht im Gemeinderat. Uschi Linninger traut sich Vizebürgermeister zu.

25 Jahre. So lange ist es her, dass die SPÖ in Marz eine Bürgermeisterwahl gewinnen konnte. Für Langzeit-Ortschef Alois Grath votierten beim letzten Antreten 58,4 Prozent der Wahlberechtigten. Seither ging es stetig bergab. 2012 dann der Nullpunkt: Die Roten durften nicht zur Wahl antreten, weil der Vizebürgermeister den SPÖ-Wahlvorschlag zu spät eingebracht hatte.

Bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl am 1. Oktober wollen die Roten in der 2000-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Mattersburg wieder in den Ring steigen. Seit wenigen Wochen scheint man nach langwieriger Suche voller Rückschläge auch das politische Personal dafür zu haben. Fündig wurde man bei Zugereisten.

"Alles ist möglich"

Die 50-jährige Altenpflegerin Uschi Linninger soll als Spitzenkandidatin den amtierenden ÖVP-Bürgermeister Gerald Hüller herausfordern. "Alles ist möglich", glaubt die aus Wiener Neustadt Zugezogene. Wichtig sei, "die Sozialisten" zur Wahl zu bringen, sagt Linninger, die derzeit zu Hause ist und sich beruflich "umorientiert". Sie sei zwar "keine gebürtige Marzerin", aber nach zwölf Jahren in der Gemeinde fühle sie sich zugehörig. Dass sie in Marz kaum bekannt sei, lässt sie nicht gelten: "Immer mehr" würden sie kennen und die Hausbesuche kämen erst.

Auch der neue SPÖ-Ortsvorsitzende Roman Schiller ist kein g‘standener Marzer: Der 41-jährige Wiener hat nach Marz geheiratet. Seine IT-Firma hat ihren Sitz aber nach wie vor in der Bundeshauptstadt. Mit Beruf und Familie begründet Schiller auch, warum er nicht selbst als Bürgermeisterkandidat antritt.

Ist die Marzer SPÖ nicht am Boden, wenn sie "nur" noch Zugereiste ansprechen kann? "Definitiv nicht", widerspricht Schiller. Es gebe viele Junge in der Partei, die sich aber noch nicht in der Lage sähen, selbst ganz vorne zu stehen.

Wahlziel der Marzer SPÖ? "Vizebürgermeisterin zu werden, kann ich schaffen", glaubt Linninger, um dann noch kühner zu werden: Ab Herbst kann das Bürgermeisteramt auch hauptamtlich ausgeübt werden. Das wäre schon was für sie...