Landwirtschaft wird bei Übernehmern und Betriebsgründern immer beliebter

Jungbauern Jürgen Seldte und Martin Trummer (re.) haben auch in Zukunft noch viel vor. Sie sehen mit ihren Betrieben gute Chance… © Bild: /Roland Pittner

Die Landwirtschaft wird für viele Quereinsteiger und Nachfolger wieder attraktiv.

"Mit 15 Jahren habe ich begonnen und meine erste Brennanlage bekommen", sagt Jürgen Seldte aus Ollersdorf, Bezirk Güssing. Der heute 20-Jährige hat das Hobby des Vaters zu seiner Berufung gemacht. Er produziert Edelbrände, Marmeladen und seit zwei Jahren auch Uhudler. Der Obstbau und die Veredelung der Früchte haben es ihm angetan. Seit 1. Jänner 2016 hat er den Betrieb von seinem Vater übernommen. "Derzeit vergrößere ich gerade und lege neue Streuobstwiesen an", sagt der Jungunternehmer, der hauptberuflich als Betriebselektriker arbeitet. Hundert Obstbäume mit alten Sorten will er anpflanzen. Seine Produkte vermarktet er großteils selbst. "Ich bin in den Hotels unterwegs und mache Verkostungen", sagt der 20-Jährige.

Fruchtsaft

Ein Geschäftspartner ist Martin Trummer, 18 Jahre, aus Stegersbach. Er arbeitet schon immer im elterlichen Fruchtsaft-Betrieb mit. Die Landwirtschaft der Familie Trummer ist um einiges größer, tausend Tonnen Obst werden im Jahr gepresst und 20 Fruchtsäfte hergestellt. Die Marke Xunder Xandl wurde vom Seniorchef Karl Trummer ins Leben gerufen. Sein Sohn hat die Essigsparte der Firma aufgebaut und betreibt einen Forstbetrieb. Er produziert Brennholz direkt für den Kamin und liefert es auch aus.

Nicht jammern

Agrarlandesrätin Verena Dunst, SPÖ, sieht die Chancen in der Landwirtschaft in der Veredelung von Produkten. Die beiden Jungunternehmer seien ein Beispiel für erfolgreiche Landwirtschaft, meint die Landesrätin. "Betriebe müssen sich jetzt neu orientieren und ausrichten", sagt Dunst. Innovative Lösungen seien gefragt "und nicht jammern". Den Betrieb einfach nur laufen zu lassen, das gehe heute nicht mehr.

Trummer und Seldte unterstützen einander gegenseitig. "Nur mit Netzwerken kann man bestehen", sagt Dunst. Förderungen für Betriebsgründer, Übernehmer, Investitionen und Weiterbildung sollen die Bauern unterstützen. Die beiden Jungbauer haben mit Schnäpsen und Saft noch viel vor.

( kurier.at ) Erstellt am 14.03.2016