Berger Kaserne Neusiedl am See

© Theresa Gsellmann

Kasernen-Verkauf
06/12/2013

Ladenhüter oder Villenviertel

Während in Neusiedl nichts weitergeht, entstehen in Oggau bald Villen am See

Sechs bzw. sieben Jahre ist es her, dass das Bundesheer aus den Kasernen in Oggau und Neusiedl am See abgezogen ist und diese verkauft wurden. Während am Gelände der ehemaligen Seekaserne in Oggau die Aufschließungsarbeiten abgeschlossen sind, und demnächst die ersten betuchten Häuslbauer loslegen dürften, steht die Berger-Kaserne in Neusiedl am See da wie eh und je.

Keine Interessenten

Die Wiener Wohnbaugenossenschaft MIGRA hat die Neusiedler Kaserne 2006 erworben, mit der Absicht, das riesige denkmalgeschützte Gebäude so umzubauen, dass 90 Wohnungen Platz finden. Die Absicht ist noch immer da, auch aufrechte Baubewilligungen gibt es, allein an der Nachfrage hapert es.

„Mir ist das absolut unverständlich, dass wir nicht genug Interessenten finden“, meint MIGRA-Geschäftsführer Manfred Wasner, „in Wien-Simmering hatten wir ein vergleichbares Projekt, dort sind die Leute Schlange gestanden.“ Denn trotz Denkmalschutz wären die Mieten um nichts höher als bei anderen geförderten Wohnungen.

Trotz etlicher Absagen sucht man weiter Kooperationspartner und ist auch weiterhin offen für neue Konzepte: „Es müssen ja keine 90 Wohnungen sein, es reichen auch 30 oder 40 kombiniert mit einer anderen Nutzung“, sagt Wasner, der betont: „Wir geben das Projekt nicht auf, noch nicht.“ Irgendwann werde man aber über einen Weiterverkauf nachdenken müssen.

Keine Probleme gibt es, was den ehemaligen Exerzierplatz hinter der Kaserne betrifft. Der Grund wurde an Immobilienmakler und Genossenschaften verkauft, die ersten Einfamilien- bzw. Reihenhäuser stehen bereits.

Bauen direkt am See

In Oggau hat sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten – der erste Käufer, ein Bankenkonsortium, verkaufte das Gelände wiederum weiter – alles zum Besten gewendet. Die „Seepark Oggau Projektentwicklung OG“ (hinter der eine Sollenauer Immobilienmaklerin, ein Welser Projektentwickler und ein Neusiedler Transportunternehmer stehen) hat 47 Grundstücke direkt am Neusiedler See aufgeschlossen. Die Hälfte davon sind bereits verkauft. Angela Böhm von der Projektentwicklung rechnet damit, dass in den Sommermonaten die ersten Häuslbauer starten, „aber es gibt keinen Bauzwang“. Was es gibt, sind aber Bebauungsrichtlinien, damit nicht kunterbunt, sondern modern gebaut wird. So ist zum Beispiel Flachdach Pflicht.

Der stolze Kaufpreis von 350 Euro pro im Seepark schreckt offenbar nicht ab. Zum Vergleich: Ein guter Hausplatz ist sonst in Oggau um 80/90 Euro zu haben. „Man muss ja bedenken, was im Seepark investiert wurde“, meint dazu Bürgermeister Ernst Schmid, der sich über den Fortschritt am ehemaligen Kasernengelände freut.

Das einzige, worauf die Gemeinde bisher vergeblich wartet, ist das versprochene und vertraglich zugesicherte Hotel samt Restaurant. Konkrete Pläne gebe es derzeit nicht, meint Angela Böhm „aber es kommt bestimmt, entweder ein Hotel oder eine Appartementanlage.“

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