Chronik | Burgenland
23.05.2017

Krages-Prozesse: Auftakt auf einem Nebenschauplatz wurde vertagt

Eisenstadt/Gloggnitz. Die gerichtliche Aufarbeitung der Krages-Affäre startete am Montag auf einem Nebenschauplatz und ohne Hauptdarsteller. In Gloggnitz, einer Außenstelle des Bezirksgerichts Neunkirchen (NÖ), sollten die Umstände der fristlosen Entlassung von Krages-Chef René Schnedl am 3. April geklärt werden.

Weder Schnedl noch die zwei Abgesandten des Landes, die ihm damals das Entlassungsschreiben in seinem Haus in Gloggnitz persönlich überreichen wollten, waren geladen. Weil der von Richter Andreas Kurzthaler angeregte Vergleich im Zivilverfahren nicht zustande kam, soll der Prozess am 30. Juni mit der Befragung der beteiligten Streitparteien weiter gehen. Geladen werden auch Zeugen – der ebenfalls entlassene Krages-Jurist Yalcin Duran und eventuell ein damals von Schnedl zu Hilfe gerufener Polizist.

Besitzstörungsklage

Schnedl hat die Vertreter des Landes, einen Anwalt und einen Wirtschaftsprüfer, auf Besitzstörung geklagt. Beide hätten auf aggressive Weise versucht, sich Zutritt zum Grundstück zu verschaffen, hatte Duran damals berichtet – der Krages-Jurist hatte dem erkrankten Schnedl die Dienstpost nach Hause gebracht. Angela Werner, Anwältin der beklagten Vertreter des Landes, sagte, ihre Mandanten hätten das Schreiben im Postkasten deponiert und das Grundstück verlassen. Es sei unrichtig, dass sie versucht hätten in Schnedls Haus zu gelangen. Dies bestritt Schnedls Anwältin Gerda Mahler-Hutter: Duran habe die Beklagten mehrfach zum Verlassen des Grundstücks aufgefordert, das wäre aber erst nach Eintreffen der Polizei passiert.

Was den Hauptschauplatz betrifft – Schnedl und Duran bekämpfen ihre Entlassung beim Arbeits- und Sozialgericht – gibt‘s noch keinen Termin.