Land stellte dem Verein das Areal für Gedenkstätte zur Verfügung, nun soll es zurückgegeben werden

© /Roland Pittner

Oberwart
09/29/2016

Keine Fortführung für Verein Roma

Nach dem Konkurs hätte der Verkauf des Attentat-Denkmals Verein retten sollen / Schulden zu hoch.

von Roland Pittner

Der Verein Roma Oberwart ist insolvent. Wie der KURIER berichtet hat, hätte der Verkauf der Gedenkstätte an das Attentat auf die Roma in Oberwart im Jahr 1995 den Verein retten sollen. Das Grundstück samt Mahnmal für die vier durch eine Rohrbombe von Franz Fuchs ermordeten Roma steht im Besitz des Vereins. Das Land hätte als Käufer einspringen sollen, um den Verein zu retten.

Liquidiert

Doch daraus wird nichts, wie Masseverwalter Wolfgang Steflitsch im KURIER-Gespräch erklärt. "Der Sanierungsplanantrag vom Verein Roma wurde zurückgezogen, deshalb fand keine Tagsatzung statt und der Verein ist beendet", sagt Steflitsch. Das gesamte vorhandene Vermögen, die Gedenkstätte, ein Baugrundstück sowie ein VW Bus werden liquidiert, um die Verbindlichkeiten und Verfahrenskosten zu bezahlen.

"Den Verein wird es noch offiziell bis Jahresende geben, die Tätigkeit ist aber eingestellt", sagt Obmann Hans Baranyai im KURIER-Gespräch. Es gibt auch schon Überlegungen, dass andere Vereine das Lernprojekt für Roma in Oberwart weiterführen. "Wir hoffen, dass das so schnell wie möglich weitergehen kann", sagt Baranyai.

Fehlende Förderung

Grund für das Aus, war die Höhe der Forderungen von etwa 160.000 Euro. "Es hätte dem Steuerzahler nur viel Geld gekostet, der Romaverein hätte nichts davon gehabt", meint Steflitsch. Grund für die hohen Außenstände waren verzögerte Fördergelder, die so lange nicht eintrafen, bis die Bank einen Überbrückungskredit fällig gestellt hat. "Ungereimtheiten oder strafrechtliche Problematiken gibt es keine", sagt Steflitsch.

Die Attentat Gedenkstätte soll allerdings nicht versteigert werden. "Wir brauchen noch die Genehmigung des Gerichts, um es der Gebietskörperschaft, die es zum Zweck der Gedenkstätte an den Verein übertragen hat, zurückzugeben", sagt Steflitsch. Somit würde das Land das Grundstück bekommen und sich um die Gedenkstätte kümmern.

Der Verein will noch eine Veranstaltung für alle Mitglieder und Unterstützer organisieren, "damit wir allen den Grund für die Insolvenz erklären und Danke sagen können", erklärt Baranyai.

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