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Chronik Burgenland
12/05/2011

Karussell-Unfall: Drei Personen angeklagt

Eine Zehnjährige war auf dem Kirtag in Schattendorf aus dem Fahrgerät gefallen. Die Karussell-Betreiber mussten sich nun vor Gericht verantworten.

Es sollte ein vergnüglicher Nachmittag auf dem Kirtag in Schattendorf, Bezirk Mattersburg, werden. Etliche Besucher amüsierten sich. Doch dann nahm das fröhliche Treiben ein abruptes Ende. Ein zehnjähriges Mädchen fiel aus einem Karussell, dem sogenannten "Power Surge". Das Kind musste schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Eisenstadt geflogen werden. Die Zehnjährige, die mit ihrer Familie aus Wiesmath (NÖ) zum Kirtag gekommen war, erlitt eine Unterarmfraktur, multiple Weichteilverletzungen sowie eine Rissquetschwunde am Unterschenkel.

Nun, etwa ein Jahr nach dem Unfall, mussten sich die Betreiber des Fahrgeschäftes, eine 49-jährige Burgenländerin, ihr 57-jähriger Ehemann sowie ein 27-jähriger Schausteller-Gehilfe (er bediente das Gerät am Unfalltag) wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen am Landesgericht Eisenstadt verantworten.

"Das Mädchen wollte gerade in das Fahrgeschäft einsteigen. Doch bevor das Kind sich hinsetzen geschweige denn den Sicherheitsbügel schließen konnte, setzte sich das Gerät in Bewegung. Das Kind ist aus vier Meter Höhe auf den Boden gestürzt", warf die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vor. Zwei andere Fahrgäste konnten sich auf dem Karussell halten.

"Das Gerät hat sich auf einmal ruckartig bewegt. Ich wollte mich noch festhalten und bin dann runtergefallen", schildert die heute Elfjährige vor Richterin Birgit Falb. Das Mädchen musste zwei Mal operiert werden und hatte zwei Wochen lang starke Schmerzen.
Die Familie fordert 2000 Euro Schmerzensgeld.

Umbau

Die Unternehmerin hatte das Fahrgeschäft im Jahr 2004 von einer tschechischen Firma gekauft, ein Jahr später ließ sie das Gerät von derselben Firma so umbauen, dass es einfacher zu bedienen ist. Durch diesen Einbau eines Joysticks, so der Vorwurf, seien die üblichen Sicherheitsstandards nicht beachtet worden. Außerdem sei das Karussell nicht von einer Prüfstelle freigegeben worden.

Der 57-jährige Angeklagte gab vor Gericht an, einen Schalter zur einfacheren Bedienung selbst eingebaut zu haben. "Der Umbau des Fahrgeschäftes und der Einbau des Schalters waren aber nicht schuld an dem Unfall", rechtfertigt sich der Schausteller. Die drei Angeklagten bekannten sich nicht schuldig: "Wir haben angenommen, dass der Umbau den gängigen Sicherheitsbestimmungen entspricht." Die beiden beim Prozess geladenen Sachverständigen waren nicht dieser Ansicht.

Die Verhandlung wurde vertagt. Unter anderem wird jener Sachverständige geladen, der die jährlichen Überprüfungen an dem Fahrgeschäft vorgenommen hat.

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