Illegaler Transport mit 101 Welpen gestoppt

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Die Tiere sollten nach Spanien gebracht werden. Die Polizei eskortierte den Wagen zurück in die Slowakei.

Einige der Welpen waren schlicht zu jung, um sie ohne Muttertier transportieren zu können. Daher haben wir uns entschlossen, den Transport in die Slowakei zurückzuschicken." Das erklärt der Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft Oberwart, Gernot Michalek, nachdem Polizeibeamte auf der A 2 bei Markt Allhau im Südburgenland einen slowakischen Klein-Lkw gestoppt hatten.

Die Polizei führte auf der Südautobahn Routinekontrollen durch. Am Montag gegen 16.20 Uhr langte eine Anzeige über einen Klein-Lkw ein, der Richtung Süden unterwegs war und viel zu schnell fuhr. Die Beamten konnten das Fahrzeug wenig später beim Parkplatz Meierhofermühle im Gemeindegebiet von Markt Allhau stoppen.

Verschiedene Rassen

Als sie den Laderaum öffneten, entdeckten sie dort 101 Welpen verschiedenster Rassen (Malteser, Boxer, Labrador, Golden Retriever, franz. Bulldoggen, etc.) . Als Ziel nannte der Fahrer Spanien. Das ist eine Strecke von rund 2000 Kilometern, man braucht mindestens 24 Stunden, um diese Distanz zu bewältigen.

"Die Kollegen haben in der Folge sofort den Amtstierarzt angefordert", berichtet der Kommandant der Autobahnpolizei Oberwart, Wolfgang Werderits.
"An sich war der Zustand der Welpen nicht schlecht. Es gab Wasser, Einstreu und Nahrung", sagt Veterinär Michalek: "Aber ich möchte nicht wissen, wie es den Tieren geht, wenn sie 20 Stunden in den Käfigen sind."

Nach Rücksprache mit der Bezirkshauptmannschaft Oberwart wurde beschlossen, den Transport in die Slowakei zurückzuschicken. Das Fahrzeug wurde mit Polizeibegleitung zum Grenzübergang Kittsee gebracht, wo es von inzwischen verständigten slowakischen Kollegen um 22.15 Uhr übernommen worden ist. Der Lenker des Transporters und die Lieferfirma wurden angezeigt.

Für Johanna Stadler von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten ist das nur die Spitze eines Eisberges: "Ich appelliere an die Bevölkerung, verdächtige Tiertransporte sofort der Polizei zu melden. Der Welpen-Mafia muss das Handwerk gelegt werden."

Alexander Willer, Sprecher des Wiener Tierschutzvereines, gibt Einblick in deren Praktiken: "In der Slowakei wurden ehemalige Schweinemastbetriebe in Zuchtfabriken für Hunde umfunktioniert. Und das ist legal."

Hotspot Spanien

Aktuell gilt Spanien als Hotspot für den illegalen Verkauf von Jungtieren. Willer: "Dort kaufen dann österreichische Touristen die Welpen und führen sie nach Österreich ein. Mit legalen Papieren spanischer Tierärzte."

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Erstellt am 05.12.2011