High Noon ohne rauchende Colts

Krages, Alexander Sporn, LR Darabos, Johannes Wutz…
Foto: /Landesmedienservice LR Darabos (2.v.li.) mit Anwälten Alexander Sporn, und Johannes Wutzlhofer sowie Wirtschaftsprüfer Richard Kohlhauser

Landesrat Darabos nennt vier Gründe für Entlassung von Ex-Geschäftsführer Schnedl.

High Noon in der Krages: Unter dem unüblichen Titel "Richtigstellung" lud SPÖ-Gesundheitslandesrat Norbert Darabos am Mittwoch, 12 Uhr mittags, in die Zentrale der Landes-Krankenanstaltengesellschaft in Eisenstadt.

Worauf eine fürs Burgenland unüblich große Journalistenrunde wartete: Auf erhellende Erklärungen für die fristlose Entlassung von Krages-Geschäftsführer René Schnedl und Krages-Jurist Yalcin Duran am 3. April – und deren merkwürdige Umstände (der KURIER berichtete).

Vier Vorwürfe

Was serviert wurde: Die sattsam bekannten Häppchen, garniert mit mageren Erläuterungen durch die Darabos flankierenden Rechtsanwälte Alexander Sporn und Johannes Wutzlhofer sowie des Wirtschaftsprüfers Richard Kohlhauser. Das Trio führt im Auftrag des Landes eine Krages-Prüfung durch, in deren Verlauf Schnedl und Duran gehen mussten.

Was dem in der Mitte seines fünfjährigen Vertrags geschassten Schnedl vorgeworfen wird? Er habe sich "mehrfach" ohne rechtliche Grundlage "Gelder ausbezahlt". Die Boni lägen zumindest über der "Unerheblichkeitsschwelle", merkte Wutzlhofer an. Beanstandet werden auch "Krankenstandszeiten" und Zeitaufzeichnungen. Auch Verträge "zum Nachteil der Gesellschaft" seien aufgetaucht. Namentlich der Dienstvertrag für Duran, der einen "Kündigungsverzicht" durch die Krages enthalte. Und Schnedl habe versucht, Prüfer zu behindern, indem er "Mitarbeitern verboten hat, Unterlagen vorzulegen". Strafrechtlich relevant ist das alles selbst nach Einschätzung der Anwälte bisher nicht.

Via KURIER hat Schnedl die meisten Vorwürfe schon zurückgewiesen. Er habe nur vertraglich fixierte Boni erhalten, es "gab keine Verpflichtung zur Zeitaufstellung" und der Kündigungsverzicht habe nur fünf Jahre gegolten (und gelte auch für den jüngst aus dem Landeshauptmann-Büro in die Krages gewechselten Prokuristen). Und: Er, Schnedl, habe nur das Ausdrucken privater Unterlagen abgelehnt.

Dass, wie von Schnedl vermutet, Kosten und Zeitplan fürs neue Krankenhaus Oberwart wahres Motiv der Entlassung waren, wies Darabos als "letztklassig" zurück. Er wiederholte seine Garantie von 158,5 Millionen Euro per 2014 "plus Baukostenindex, Bauherrenreserve und Übersiedlungskosten". Wie hoch die Kosten werden, konnte er nicht sagen. Ebenso unwissend gab er sich zum Einschreiten des Verfassungsschutzes in der Krages-Zentrale. Darabos: "Ich habe sie nicht beauftragt".

Schnedl will die Auszahlung seines Vertrags und klagen, wenn das Land bis 25. April nicht reagiert. Ein Vergleich sei "derzeit keine Option" und er kenne auch kein Angebot, sagte Sporn. Wer soll Krages-Chef werden? "Der oder die Beste", antwortete Darabos.

Als solcher galt bis vor Kurzem auch Schnedl.

(kurier) Erstellt am
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