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Stegersbach
02/19/2017

Heimische Schnecken als Renner

Christian Janisch züchtet im Südburgenland Weinbergschnecken für Gourmets.

von Roland Pittner

Im Winter sind die Schnecken gut eingepackt und vor den Minus-Temperaturen geschützt. Im Mai kommen sie wieder ins Gehege. Bis dahin hat Christian Janisch noch einiges zu tun. Seit zwei Jahren produziert der Stegersbacher Tischlermeister Weinbergschnecken für die Gastronomie. Anfangs wurde der 42-Jährige noch für seine Idee belächelt, "heute ist die Nachfrage nach den südburgenländischen Weinbergschnecken größer als das Angebot. Es läuft gut", sagt Janisch.

Idee

Die Idee, etwas zusätzlich zur Arbeit als Tischler zu machen, war schon länger da, schließlich kam er auf die Schnecke. "Es ist Tierzucht, Kochen und Gärtnerei in einem vereint", sagt der Schnecken-Farmer. Sein Wissen über die Weichtiere hat er sich selbst angeeignet. Der Plan war zuerst ein anderer, er wollte die Weinbergschnecken für Schönbrunn und für das Haus des Meeres produzieren, als Futter für Reptilien. Im Oktober 2015 verkochte er die ersten Schnecken allerdings selbst. So nahm die Geschäftsidee ihren Lauf.

Seit damals hat er seinen "Stall" im Garten schon vergrößert. Auf 480 Quadratmetern will er in die heurige Saison starten. 100.000 Weinbergschnecken hat er gerade zum Überwintern bei sich zu Hause. Jungschnecken bekommt er zusätzlich noch aus dem Ausland, da sie in Österreich nicht gezüchtet werden. Die Haltung erfordere viel Arbeit, dafür brauche man aber keine riesigen Stallflächen für die kleinen Weichtiere, betont der Unternehmer. Es müsse immer genug Grünschnitt vorhanden sein. Im Herbst würden die Schnecken bis zu 100 Kilogramm Gemüseabfälle und Getreideschrot pro Tag fressen. "So bald es zu warm ist, müssen sie auch gegossen werden", sagt Janisch.

Ernte

Bis Juni wird es dauern, bis die ersten Schnecken erntereif sind. "Dann kommen sie ins heiße Wasser, werden ausgelöst und mit Salz und Essig entschleimt", schildert Janisch. Danach werden sie in einer Gemüsebrühe zweieinhalb Stunden gekocht. "Wir verpacken sie in Gläser und die Schnecken sind fix und fertig für die Küche", sagt der Züchter. Nach den Arbeitsschritten bleibt im Glas von einer 25-Gramm-Schnecke nur ein Fünftel übrig.

Neben den Schnecken im Glas verkauft er auch Schneckenleber und die Schneckenhäuser. Alles wird verwertet. Lebend werden die Tiere ebenfalls, als Futter für Reptilien oder für die eigene Aufzucht, verkauft.

Abnehmer hat der 42-Jährige für seine Delikatesse schon jetzt genug. "Viele Restaurants kaufen gleich größere Mengen, es gibt auch Laufkundschaft, die einmal Schnecken probieren will", sagt Janisch.

Jeden ersten Samstag im Monat ist er mit seinen Produkten auch am Oberwarter Bauernmarkt vertreten. Sein Sortiment gibt es auch auf seiner Webseite. Die Vorjahresernte ist schon fast vergriffen.

www.suedburgenlandschnecke.at

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