Chronik | Burgenland
20.02.2018

Hallenbad soll unter Denkmalschutz

Bis Ende des Jahres möchte Bürgermeisterin Böhm (SPÖ) Entscheidung über Sanierung treffen.

Die dringend notwendige Sanierung des Hallenbades in Neusiedl am See ist seit Jahren Dauerbrenner in der zweitgrößten Stadt des Landes. Laut einer groben Kostenschätzung würde das Projekt sechs Millionen Euro kosten. Jetzt könnte die Aufgabe noch komplexer werden, das rund 40 Jahre alte Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen – das Bundesdenkmalamt (BDA) hat ein Auge auf die Immobilie geworfen: "Wir möchten das Hallenbad heuer unter Schutz stellen", bestätigt der Leiter der Burgenland-Abteilung des BDA, Peter Adam, am Montag dem KURIER. Die in den Jahren 1975 bis 1977 nach Plänen der Architekten Walter Hutter und Rüdiger Stelzer errichtete Freizeitanlage trage – wie das Kulturzentrum Mattersburg – Züge des "brutalistischen" Architekturstils und befinde sich noch in "relativ authentischem Zustand". Dass die Generalsanierung dadurch schwieriger werde, glaubt Adam nicht. Das unter Schutz stellen könnte gar zum "Dosenöffner" für das Projekt werden, ist der Konservator optimistisch: "Im Normalfall finden wir einen Weg."

Zusperren nicht leistbar

Aber schon ohne den zusätzlichen Player Bundesdenkmalamt ist man bisher in Neusiedl in Sachen Sanierung nicht recht vom Fleck gekommen, wie eine Anfragebeantwortung im Gemeinderat zeigt. ÖVP-Vizebürgermeister Thomas Halbritter hat der neuen SPÖ-Bürgermeisterin Elisabeth Böhm 30 Fragen zu Sanierung und Weiterbestand des Hallenbades gestellt. Dabei zeigt sich: Seit dem Machtwechsel – im Herbst hatte die SPÖ die ÖVP als Bürgermeisterpartei abgelöst, im Gemeinderat liegt die Volkspartei knapp vorn – hat sich nichts geändert. Das Land habe eine Beteiligung von einer Million Euro zugesagt, der Bund 1,3 Millionen Euro – alles nur "mündlich". Und keine der Umlandgemeinden hat sich bisher zum Mitzahlen verpflichtet.

Ob sie wirklich glaube, dass sich der neue ÖVP-Bildungsminister an eine Zusage der früheren roten Ressortchefin gebunden fühle? Böhm: "Warum nicht?". Sie "hoffe", sagte Böhm, dass "bis zum Jahresende die Entscheidung fällt". Das vom Rechnungshof aus "betriebswirtschaftlicher Sicht" empfohlene Zusperren des Hallenbades ist für die Stadtchefin keine Option. Denn dann würden Haftungen aus einer Kreditrückzahlung schlagend, das könne sich Neusiedl gar nicht leisten.