Güssing: Rätsel um verschwundene Katzen

In Bocksdorf und St. Michael werden insgesamt sieben Tiere vermisst. Der Verein Vier Pfoten hat sich eingeschaltet.

Das mysteriöse Verschwinden einiger Hauskatzen hält derzeit die Polizei im Bezirk Güssing auf Trab, nun hat sich auch die Tierschutzorganisation Vier Pfoten eingeschaltet.

„Die genaue Zahl kann man nicht sagen“, erklärt Vier Pfoten-Mitarbeiterin Nikola Furtenbach auf KURIER-Anfrage. Dass Katzen hin und wieder verschwinden, würde vorkommen, aber diese Häufigkeit in einem so kleinen Gebiet sei doch eine Seltenheit. „Es ist ganz schwer zu sagen, was mit ihnen passiert ist, da sind auch viele Spekulationen dabei“, meint Furtenbach.

Hinweise

Tierversuche oder die Verwertung zu Rheumadecken würde sie jedoch eher ausschließen. „Denn Labors können maßgeschneiderte Tiere aus dem Katalog bestellen. Sie müssen die Vorgeschichte der Katzen kennen, damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden“, erläutert die Vier Pfoten-Mitarbeiterin. Gegen Rheumadecken spreche, dass die verschiedenen Fellfarben der Hauskatzen ungünstig für die Verarbeitung seien.

„Es könnte natürlich sein, dass sie dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind“, sagt Furtenbach. Aber auch ein Katzenhasser könnte sein Unwesen treiben. Deshalb hat die Tierschutzorganisation nun 500 Euro für den entscheidenden Hinweis ausgelobt. Man wolle Klarheit schaffen, denn für die Besitzer sei es das Schlimmste, nicht zu wissen, was mit ihrem Vierbeiner geschehen ist.

„Wir wissen derzeit von sieben verschwundenen Katzen, zwei in Bocksdorf und fünf in St. Michael“, erklärt Ewald Dragosits, Bezirkspolizeikommandant von Güssing. „In Bocksdorf handelt es sich um Rassekatzen, die Besitzer haben Diebstahlanzeige erstattet.“ Dragosits rückt zwei Möglichkeiten in den Fokus: einerseits, dass die Katzen im Straßenverkehr umgekommen sind, andererseits den Abschuss durch Jäger, die berechtigt seien, wildernde Tiere 200 Meter außerhalb von Wohngebieten zu bejagen.

„Von einem Katzenfänger ist derzeit absolut nicht auszugehen“, stellt der Kommandant fest. „Sollte jedoch jemand etwas Verdächtiges wahrnehmen und uns melden, dann werden wir der Sache natürlich nachgehen.“ Polizei und Jägerschaft habe man sensibilisiert, verstärkt ein Augenmerk auf diesen Bereich zu legen.

( Kurier ) Erstellt am 11.01.2012