Chronik | Burgenland
30.08.2017

Grüne sehen nächsten FPÖ-Kandidaten im rechten Eck

Burgenland. FPÖ-Chef Tschürtz kontert scharf.

Kaum hat die FPÖ ein Problem "gelöst", taucht das nächste auf. In der Vorwoche hatte Grünen-Landessprecherin Regina Petrik einen FPÖ-Kandidaten aus St. Andrä für die Gemeinderatswahl geoutet, der 2016 wegen Wiederbetätigung rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist. Die FPÖ gab sich ahnungslos, kündigte aber an, der Kandidat werde auf ein allfälliges Mandat verzichten – um ihn von der Liste zu streichen, war‘s zu spät. Künftig müssten Kandidaten vorab bestätigen, eine weiße Weste zu haben.

Jetzt wurde Petrik wieder fündig – wieder im Bezirk Neusiedl/See. Für die Bruckneudorfer FPÖ kandidiere auf Platz 14 ein Mann "der sich durch seine Aktivitäten und Äußerungen ohne Zweifel als Rechtsradikaler outet", so die Grünen-Chefin. Die Antifaschistische Recherche Graz hat Material über das FPÖ-Mitglied gesammelt: So soll der Mann im Burgenland Ansprechpartner für die rechtsextreme Partei des Volkes (PDV) gewesen sein – vor einem Jahr habe er sich aber öffentlich von der PDV distanziert, schreibt die Antifaschistische Recherche Graz. Petrik: "Warum lässt die FPÖ solche Leute kandidieren?"

Ja, warum? Der Bruckneudorfer FPÖ-Ortsparteichef Mario Jaksch hört durch den KURIER "das erste Mal von den Vorwürfen", er müsse sich erst kundig machen. FPÖ-Landeshauptmannvize Hans Tschürtz ist erzürnt, erstens sei der Kandidat weder verurteilt noch habe sein Tun "strafrechtliche Relevanz". Zudem sei der Mann schwer krank. Tschürtz: "Frau Petrik soll sich um ihre Tochter kümmern..." (Flora Petrik kandidiert nach einem Streit bei den Grünen bei der Nationalratswahl für die KPÖ, Anm.)