Großer Preis für kleinen Verlag

Lex Liszt Verlag, Horst Horvath
Foto: Roland Pittner Horts Horvath hat den Verlag 1992 mitbegründet.

Seit 1992 brachte der kleine Oberwarter Verlag „edition lex liszt 12“ rund 150 Bücher heraus. Heuer bekam er den Bruno Kreisky Preis.

Ein Keller voller Bücher und Horst Horvath auf seinem Schreibtisch. „Das ist der lex liszt Verlag, hier wird gearbeitet", sagt Horvath, der am Freitag den Bruno Kreisky Sonderpreis für verlegerische Leistungen überreicht bekam.

Der Verlag „edition lex liszt 12" wurde 1992 gegründet. Bis heute wurden mehr als 150 Bücher herausgebracht. „Lex, das Gesetz und liszt 12, ist die Adresse des Offenen Haus Oberwarts, ehemals Jugendhaus, wo der Verlag gegründet wurde", erklärt Horvath die Bedeutung des Namens. Sechs bis zehn Bücher gehen pro Jahr in Druck, auch CDs und DVDs werden gepresst. „Wir haben eine gute Mischung. Es sind sowohl etablierte als auch neue Autoren, deren Bücher wir veröffentlichen", sagt Horvath. Darunter sind Jutta Treiber und Anni Pirch, aber auch Clemens Berger hat sein erstes Buch „Der gehängte Mönch" beim Verlag veröffentlicht.

Angestellte gibt es keine, das Büro ist im Keller von Horvaths Privathaus.  Freischaffende Mitarbeiter kümmern sich um Lektorat, Layout und Grafik. „Wir können nur ein Buch machen, wenn wir die nötige Förderung dafür bekommen. Es sind immer Projekte", sagt Horvath. Denn Autoren werden nicht unter Vertrag genommen. Pro Jahr langen etwa 30 Manuskripte aus ganz Österreich ein.  Der Schwerpunkt liege aber im Burgenland und bei Volksgruppen.

 

Kosten

Horst Horvath, Lex Liszt Verlag Foto: Roland Pittner Seit 1992 wurden mehr als 150 Bücher veröffentlicht.

Gewinne gebe es keine, denn jedes Produkt müsse sich selbst tragen, sei es durch Förderungen von Bund, Land oder Sponsoren. Oft müssen auch die Autoren für die Veröffentlichung etwas bezahlen. Druck, Grafik, Lektorat und Layout kämen pro Buch auf etwa 5000 Euro. Dafür gibt es 500 bis 1000 Exemplare, die Vermarktung wird vom Verlag übernommen.

Horst Horvath selbst hat noch kein Buch geschrieben. „Ansuchen für Förderungen habe ich allerdings schon einige geschrieben, die würden auch Bücher füllen", sagt er.  Der Bruno Kreisky Preis  sei eine Anerkennung für die langjährige Arbeit und ein Erfolg für den kleinen Verlag. „Wir sind eine Plattform für burgenländische Literatur und der einzige Verlag, der sich um junge Autoren und Volksgruppen kümmert", weist Horvath hin.

(kurier) Erstellt am
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