Chronik | Burgenland
05.12.2011

Gelber Schutzengel mit 1380 PS

Seit sechs Jahren fliegt von Oberwart aus der Rettungshubschrauber Christophorus 16. Heute, Samstag, wird gerettet und gefeiert.

Wenn man Kinder fliegen muss, die in Lebensgefahr schweben, wirft einen das immer etwas aus der Bahn. Wenn man 26 Jahre als Notarzthubschrauber-Pilot im Einsatz ist, hat man sich aber eine gewisse Art von Routine angeeignet", erzählt Fritz Wallner, 53, mit stoischer Ruhe. Diese Gelassenheit ist von Vorteil, wenn man bis zu 800 Einsätze im Jahr zu absolvieren hat.

Der Stützpunktleiter des Christophorus 16 in Oberwart berichtet von vielen ergreifenden Erlebnissen aus seiner Berufspraxis. Aber die berührendsten Erfahrungen sind laut Wallner, wenn man nach einem Einsatz Feedback bekommt. Nach der Ablieferung im Spital erfährt die Crew nur selten etwas über den weiteren Zustand des Patienten. Umso größer ist die Freude, wenn man vom Genesungserfolg der Patienten hört. Schon geht es weiter zum nächsten Einsatz.

Erfahrung

Österreichweit gibt es 54 solcher ÖAMTC-Piloten. Alle verfügen über enorme Erfahrung. 2000 Flugstunden sind erforderlich. Das heißt, man braucht mindestens acht Jahre Flugpraxis. Neben mentaler Stärke ist auch Übung mit Flügen unter Lasten und im Hochgebirge gefragt. Außerdem müssen die 1380 PS des Oberwarter Turbinenhubschraubers gesteuert werden.

60 Prozent sind sogenannte "internistische Einsätze". Diese Herz-Kreislauf-Probleme betreffen meist ältere Menschen. 15 Prozent der Einsätze werden aufgrund von Verkehrsunfällen gestartet; beim Rest handelt es sich um Haushaltsunfälle. Das Einzugsgebiet des Oberwarter Stützpunktes deckt einen Umkreis von 60 Kilometer ab.

Die Stützpunkt-Crew besteht aus drei Leuten: dem Stützpunktleiter und zugleich Piloten, einem Notarzt und einem Sanitäter. Das Team absolviert ihren Dienst von sieben Uhr morgens bis Sonnenuntergang.

Wallner hat in seinem Traumjob die Erfüllung gefunden. "Es ist immer wieder schön, wenn uns frühere Patienten bei unserem "Tag der offenen Tür" besuchen und uns erzählen, wie es ihnen nach unserer - vielleicht dramatischen - Begegnung ergangen ist." Am Samstag lädt man zum Tag der offenen Tür.

Retter laden ein: Tag der offenen Tür

Ablauf: Samstag ab 16 Uhr ist es wieder soweit. Man kann den Notarzthubschrauber hautnah erleben. Kleine Gäste können sich einen Tag als "Pilot" beweisen, indem sie mit fachmännischer Anweisung den Heli im Inneren besichtigen. Nach dieser spannenden Erfahrung besteht die Möglichkeit sich in der Hüpfburg auszutoben. Die Erwachsenen können sich über die fliegende Intensivstation und die Arbeit der Crew informieren.