Gastronomie: "Den Bewerbern fehlt es oft an der Arbeitsmoral"

THEMENBILD: ARBEITSMARKTSERVICE AMS / ARBEITSLOSEN
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Die Gastronomie bietet viele offene Stellen

880 Stellen für Koch-Kellner waren 2016 im Burgenland offen. Die Besetzung sei schwierig.

"Es ist irrsinnig problematisch Personal zu finden", sagt Katharina Hickel. Die Chefin des Landgasthofs "Altes Brauhaus" in Frauenkirchen arbeitet seit gut 20 Jahren in der Gastronomie, zuerst in Wien, seit drei Jahren in Frauenkirchen. Sie kennt den Unterschied vom Stadt- zum Landleben und meint: "Wir haben zwölf Angestellte. Im Vergleich zu Wien ist es im Burgenland viel schwieriger", sagt Hickel.

10.306 Personen waren im vergangenen Jahr im Burgenland arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug demnach 9,3 Prozent (auch 2015 waren es 9,3 Prozent). Dazu kommen 1889 Personen, die sich in Schulungen befunden haben. Im Gegensatz dazu wurden 10.582 offene Stellen beim AMS gemeldet. In Dienstleistungsberufen, worunter auch das Gastgewerbe fällt, gab es die meisten Gesuche von Betrieben: 2578 Stellen wurden ausgeschrieben, davon 880 alleine für Köche und Kellner.

Wie viele davon tatsächlich dauerhaft besetzt werden konnten, kann vom AMS nicht gesagt werden. Das Problem in der Gastronomie sei jedenfalls bekannt: "Das ist kein burgenländisches Spezifikum, sondern zieht sich mittlerweile durch ganz Österreich. Tatsache ist, dass vorhandene (Fach-) Kräfte eher in den Westen abwandern. Die Gründe hierfür sind vielfältig, oft aber sind die längere Saison bzw. Sommer- und Wintersaison und die in der Regel höhere Entlohnung ausschlaggebend", sagt AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl. "An Bewerbern mangelt es nicht, die gibt es, aber die Voraussetzungen bringen viele nicht mit. Es fehlt an der Qualifikation und oft auch an der Arbeitsmoral", sagt Wirtin Hickel. Und die Arbeitsmoral sei in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken.

Studie zur Zufriedenheit

Laut AMS Burgenland beträgt die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit 132 Tage. Eine aktuelle Studie des Instituts "marketmind" zeigt, dass sich die AMS-Kunden im Burgenland gut behandelt fühlen: Mit 79 Prozent Zufriedenheit erreicht das AMS Burgenland den besten Wert aller Landesorganisationen (Österreichdurchschnitt 74 Prozent). "Unsere Mitarbeiter sind engagiert und leisten bei der Jobvermittlung und Beratung exzellente Arbeit", freut sich Sengstbratl.

(kurier) Erstellt am
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