Chronik | Burgenland
09.06.2017

Frauenberatung kämpft mit finanziellen Problemen

Umzug wegen Behindertengleichstellungsgesetz brachte teurere Miete.

"Wir sind so ausgebucht wie noch nie. Die Zahl der Beratungen steigt Jahr für Jahr", sagt Karin Behringer-Pfann, die Leiterin der Frauenberatungsstelle "Der Lichtblick" in Neusiedl am See. Die klinische und Gesundheitspsychologin sowie ihr Team bestehend aus vier Mitarbeiterinnen haben im vergangenen Jahr 3532 Beratungsgespräche geführt. "Wir haben weniger Personal-, aber mehr Beratungsstunden", erklärt Behringer-Pfann.

Der Grund für die Kürzung am Personal liegt laut der Psychologin am finanziellen Engpass, mit dem die Frauenberatungsstelle seit rund einem Jahr zu kämpfen hat. Auslöser dafür war das Behindertengleichstellungsgesetzes, das am 1.1.2016 in vollem Umfang in Kraft getreten ist. Seither müssen alle öffentlichen Gebäude barrierefrei zugänglich sein.

Das stellte die Frauenberatungsstelle an ihrem alten Standort vor eine große Herausforderung. "Zuerst haben wir überlegt, den alten Standort umzubauen, aber da hätten wir einen Lift einbauen müssen", erklärt Behringer-Pfann. Also habe man sich nach einer Alternative umsehen müssen. Der neue Standort liegt nun mitten in der Bezirkshauptstadt und ist teurer. "Wir zahlen jetzt viel mehr Miete als vorher. Leider hatten wir keine andere Möglichkeit", sagt die Leiterin.

Spenden sammeln

"Wir werden zwar vom Frauenministerium, vom Familienministerium sowie von AMS Burgenland und Land Burgenland finanziell unterstützt, die Förderungen reichen aber nicht mehr", erklärt Behringer-Pfann. Daher sei man auf alternative Geldeinnahmen angewiesen. Am kommenden Samstag findet daher in der Veranstaltungshalle Neusiedl ein Flohmarkt statt, um Spenden zu sammeln. Die Standgebühr von 25 Euro kommt der Frauenberatungsstelle zu Gute.

Vom Land heißt es, dass man von finanziellen Problemen bisher nichts gewusst habe. Sollten diese weiter bestehen, werde man helfen. Infos: www.der-lichtblick.at