Abschiebung der armenischen Familie Simonyan wurde vorerst gestoppt

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Dauerhafter Aufenthalt
11/30/2013

Familie Simonyan darf bleiben

Verfrühtes Weihnachtsgeschenk für fünfköpfige Familie aus Armenien. Asylgericht gibt ok.

von Thomas Orovits

Vor einem halben Jahr hing der Verbleib der Familie Simonyan in Österreich nur noch an einem seidenen Faden, die Abschiebung der Armenier war für den 28. Mai festgesetzt. Jetzt steht fest: Die fünfköpfige Familie, die seit Februar 2013 in der Franziskusgemeinschaft in Pinkafeld lebt, hat wieder festen Boden unter den Füßen.

„Die Ausweisung aus Österreich ist auf Dauer unzulässig“, zitiert Rainer Klien von SOS-Mitmensch die Entscheidung des Asylgerichtshofes in Linz – er war zuständig, weil die Familie zuerst in Oberösterreich Zuflucht gefunden hatte.
Rot-weiß-rot-Card„Der Bescheid ist am Freitag gekommen, am Montag gehen wir zur BH Oberwart, wo die Simonyans die rot-weiß-rot-Card bekommen“, freut sich Klien über ein „verfrühtes Weihnachtsgeschenk“. Die Familie hat „dauerhaften Aufenthalt“ samt dem freien Zugang zum Arbeitsmarkt.

Rückblick: Karen und Nune Simonyan sind mit ihren Kindern Sevak, Narine und Meline im November 2008 geflüchtet, der Vater war als Polizist in Armenien mit Morddrohungen konfrontiert, nachdem er einen Politiker verhaftet hatte. Die Kaukasus-Republik gilt als Scheindemokratie mit oligarchischen Zügen. Nach einer negativen asylrechtlichen Entscheidung sollte die Familie im Mai abgeschoben werden, das Innenministerium setzte diese Entscheidung „fünf vor 12“ aus. Humanitäres Bleiberecht wurde noch einmal geprüft.

Die Familie müsse den Aufenthalt nach einem Jahr verlängern lassen, dann noch einmal nach drei Jahren. Mit dem Status der ältesten Tochter Meline gebe es noch ein kleines Problem – sie war vor der geplanten Abschiebung kurzzeitig untergetaucht. „Aber das lösen wir mit der Bezirkshauptmannschaft“, ist Klien optimistisch. Er verweist auf die „hervorragende Integration“ der gesamten Familie im Burgenland.

Sohn Sevak besucht eine berufsbildende Schule und der talentierte Judoka ist mittlerweile auch schon burgenländischer Meister, auch Narine geht zur Schule und die älteste Tochter Meline macht eine Ausbildung zur Krankenschwester.
Vater Karen hat sich mittlerweile als Haus- und Gartenbetreuer selbstständig gemacht. Sein ganz und gar österreichischer Firmenname: „Hallo Dienstmann“.

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