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Erholung in der Zeit nach dem Krebs
"Sonnberghof" in Bad Sauerbrunn ist ein neues Zentrum für Reha bei Krebspatienten. Es gibt nun einen Vertrag mit der PVA.
Elfriede K. (Name von der Redaktion geändert) hat gerade die letzte der mehrstufigen Chemotherapie hinter sich gebracht. Die nächsten Wochen will sie sich von den Strapazen der Behandlungen erholen.
Während sich etwa eine viertel Million Österreicher nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder Bandscheibenvorfall auf Rehabilitation begeben, hatten Patienten, die an Krebs erkrankt sind, bisher nur wenige solcher Angebote. Doch das soll sich nun ändern. Im "
Sonnberghof" im Kurort Bad Sauerbrunn können Menschen nach Krebsbehandlungen wieder Energie tanken und Selbstvertrauen gewinnen.
"Jetzt, wo die Rehab auch von den Kassen bezahlt wird, ist das Angebot auch leistbar", sagt Elfriede K. Seit 1. November gibt es einen Vertrag mit der Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Demnach zahlen Menschen für eine Reha im Sonnberghof einen Tagsatz zwischen sieben und 21 Euro.
Pro Jahr will die PVA 1700 Patienten aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in den Sonnberghof genehmigen. "Das bedeutet einen Umsatz von mehr als 5,5 Millionen Euro für das Haus", führt Gabriele Eichhorn, stellvertretende PVA-Generaldirektorin, aus.
Partner der PVA ist der Gesundheitsdienstleister Vamed, der österreichweit über sieben Rehabilitationseinrichtungen in den Fachbereichen Neurologie, Kardiologie und Orthopädie verfügt.
Atmosphäre
Die speziellen Bedürfnisse der Patienten hat der Betreiber bereits bei der architektonischen Planung sowie bei der Innengestaltung berücksichtigt. "Der Aufenthalt im Haus soll den Patienten das Gefühl geben, dass sie weg vom Spital sind. Es soll keine 'Weißkittel-Atmosphäre' herrschen", sagt der ärztliche Leiter, Professor
Christoph Wiltschke. Die Zimmer (insgesamt stehen 121 Betten zur Verfügung) sowie
die Therapieräume sind bis ins kleinste Detail durchdacht. So gibt es etwa in den Gängen des Hauses Holzstämme, Stoffe oder Knöpfe zum Betasten. "Bei den Patienten sind oft durch Erkrankung bzw. Behandlung die Sinneswahrnehmungen beeinträchtigt. Das Riechen, Schmecken und Fühlen muss trainiert werden", sagt Geschäftsführer Bernhard Schuster.
Die medizinisch-wissenschaftliche Betreuung wird durch die onkologische Abteilung der Medizinischen Universität Wien erfolgen. Die Rehab wird auch bewertet. "In einigen Jahren kann man sagen, was diese Rehabilitation für das österreichische Sozialsystem bringt", sagt Mediziner Wiltschke.