Eiswein ist heuer noch rarer als bei klirrender Kälte

Eisweinlese
Foto: APA/dpa-Zentralbild/Michael Reic Für die Eisweinlese müssen Außentemperaturen von mindestens sieben Grad minus herrschen

Zumindest zwei der rund 25 Produzenten von Eiswein konnten in dieser Saison keltern.

Viel ist es nicht, aber auch nicht nichts: Dass es heuer keinen burgenländischen Eiswein gebe, sei "eine falsche Aussage", reagierte die Landwirtschaftskammer (LWK) am Mittwoch auf entsprechende Medienberichte am Wochenende. Zumindest zwei Betriebe hätten schon im Dezember nachweislich einen Eiswein des Jahrganges 2017 produziert, präzisierte LWK-Weinbauberaterin Verena Klöckl – das Weingut Weiss in Gols einen Welschriesling-Eiswein und das Weingut Kleber in Rudersdorf einen Blaufränkischen. Und der eine oder andere Betrieb könnte noch dazukommen, sagt Klöckl.

Für einen Eiswein braucht es eine Temperatur von mindestens minus sieben Grad über einen längeren Zeitraum, die Trauben müssen in gefrorenem Zustand gelesen und vor allem auch gekeltert werden und der Zuckeranteil muss mindestens 25 Prozent erreichen.

Im Weingut Weiss in Gols hat man eine einmalige Chance genutzt, am 2. Dezember "kurz nach Mitternacht" hätten die Bedingungen gepasst, später sei es dann schon wieder wärmer geworden, erzählt Beate Weiss dem KURIER. Die Ernte sei zwar deutlich geringer ausgefallen als in kalten Wintern, aber auf ein "paar Hundert Flaschen", schätzt Weiss die Ausbeute dennoch. Übrigens: Selbst wenn es in den nächsten Tagen oder Wochen doch noch klirrend kalt werden sollte, hat Familie Weiss für diese Saison die Eiswein-Produktion abgehakt. Man halte es aus Qualitätsgründen schon seit Jahren so, nur bis längstens Mitte Dezember zuzuwarten, erklärt Beate Weiss.

Nischenprodukt

Trotz der minimalen Ernte erwartet Wein-Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister "keinen Engpass" bei Eiswein, wenn er auch einräumt, dass man von diesem begehrten Produkt "deutlich mehr verkaufen könnte". Eiswein verkaufe sich "relativ leicht". Einen Teil des heurigen Ernteausfalls könnte man allenfalls aus der Vorjahresproduktion ausgleichen, weil Eisweine immer erst Anfang April auf den Markt gebracht werden dürfen.

Insgesamt liege der Eiswein-Anteil an der gesamten burgenländischen Weinproduktion (2017 war mit 741.000 Hektoliter ein überdurchschnittlich gutes Jahr) aber "unter einem Prozent". Landesweit würden rund 25 Betriebe die Spezialität auf den Markt bringen, das Gros der Eiswein-Hersteller liege rund um den Neusiedler See. Und wie schaut es – abseits des Eisweins – insgesamt mit der Qualität der aktuellen Weinproduktion aus?

Zechmeister: "Sehr, sehr gut".

(kurier) Erstellt am
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