Chronik | Burgenland
28.06.2017

"Richtiges Inferno": Hüttenbrand am Neusiedlersee

Im ungarischen Teil des Neusiedlersees sind elf Seehütten abgebrannt. Auch das Restaurant "Haus im See" war in Gefahr. Mittlerweile ist der Brand unter Kontrolle.

Fast sieben Stunden kämpften österreichische und ungarische Feuerwehrleute gegen die Flammen. In Fertörakos wenige Kilometer von Mörbisch entfernt, brach Mittwochvormittag ein Feuer bei einer Seehütte aus und breitete sich schnell aus. Die zweistöckigen Gebäude, die mit Schilf gedeckt sind, "brannten wie Zunder", erklärt Harald Freiler, Feuerwehrkommandant der Stadtfeuerwehr Rust im KURIER-Gespräch. "Ein richtiges Inferno", schilderte er die Situation.

Durch den Wind griffen die Flammen auf weitere Hütten über. Fünf Feuerwehrboote aus dem Burgenland wurden gegen 10.30 Uhr alarmiert, 70 Feuerwehrleute kamen den bis zu 50 ungarischen Einsatzkräften zu Hilfe.

Starke Hitzeentwicklung

Der Löscheinsatz gestaltete sich durch die starke Hitzeentwicklung des Brandes schwierig, auch der Wind fachte die Flammen immer wieder von Neuem an. Die Feuerwehrboote kämpften vom Wasser aus gegen die Flammen, unter Atemschutz rückten die Feuerwehrleute an Land an. "Einige in den Hütten gelagerte Gasflaschen explodierten", schildert Freiler. Die 34 Grad Außentemperatur setzten den Einsatzkräften zusätzlich zu. Personen waren keine in Gefahr, auch bei den Einsatzkräften gab es keine Verletzten.

Auch "Haus im See" war gefährdet

Elf Hütten sind laut Feuerwehr bis auf die Grundfesten niedergebrannt, "der Schaden geht in die Millionen", meint Freiler. Auch das "Haus im See", ein Restaurant und Gästehaus der Familie Eselböck (Haubenrestaurant Taubenkobel in Schützen a.G.) sei in unmittelbarer Gefahr gewesen. "Es war eine der wenigen Hütten, die wir schützen konnten", sagt der Feuerwehrkommandant.

Gegen 17 Uhr war der Brand so weit unter Kontrolle, dass die österreichischen Kräfte abgezogen sind. "Die Berufsfeuerwehr Sopron hat die Nachlöscharbeiten übernommen“, erklärt Freiler.

Schilfgürtel nicht betroffen

Im Burgenland bereitete man sich schon auf ein Übergreifen der Flammen auf den Schilfgürtel vor. Es wurden bereits Vorkehrungen getroffen, „dass sofort Löschhubschrauber bereitstehen und das Feuer eindämmen können“. Die Brandursache ist derzeit noch unklar.

Schwieriger Einsatz

Durch die große Hitzewirkung konnten die mit Tragkraftspritzen ausgestatteten Feuerwehrboote nicht direkt bis zum Brandobjekt zufahren.

Der Brand eines zweistöckigen Holzgebäudes mit Schilfdach entfalte eine starke Hitzeentwicklung, die bis zu 50 Meter ausstrahle, erläuterte Freiler. "Und unsere Wasserwerfer werfen circa 40 bis 50 Meter weit. Jetzt kann man sich vorstellen, wie schwierig es ist, den Brand zu bekämpfen." Dazu komme noch die starke Rauchentwicklung. Mit Wasserwerfern oder mit Schlauchleitungen, die auf die Stege verlegt worden seien, wurden die Löschangriffe vorgenommen.

Von burgenländischer Seite waren Feuerwehrboote aus Rust, Oggau, Mörbisch, Mörbisch, Purbach und Neusiedl am See sowie zehn Fahrzeuge aus umliegenden Gemeinden beteiligt.