Ein Preis mit kritischen Nebentönen

Teachers Award Markt Allhau Daniela Hallemann
Foto: Foto Bruckner PinkafeldMariengasse 1A-7423 Pinkafeld Engagement: Daniela Hallemann (r.) mit Ministerin Claudia Schmied und NMS-Direktor Alfred Lehner

Für das Projekt „kick & learn“ wurde Pädagogin Daniela Hallemann geehrt. Kritik übt sie an der Lehrerausbildung.

Eine strenge Lehrerin sei sie, verrät Daniela Hallemann im KURIER-Gespräch, aber „der Humor kommt nicht zu kurz. Kinder brauchen jedoch klare Linien“.
Und diese klare Linie führte direkt zum „Teacher’s Award“, verliehen von der Industriellenvereinigung an besonders engagierte Pädagogen. 110 Einreichungen österreichweit, neun Ausgezeichnete in drei Kategorien.

An der Neuen Mittelschule Markt Allhau steht die 44-Jährige aus Rudersdorf im Sold, unterrichtet Englisch, Zeichnen und Sport. Das Projekt „kick & learn“ brachte den Award – ein Fußballcamp, organisiert und geleitet von Schülern der damaligen 4. Klasse. „Solche Aufgaben bringen die Kinder ungemein weiter. Sie stehen im Fokus, die Eigenverantwortung wird gefördert. Das lässt sich an der Neuen Mittelschule viel leichter umsetzen, der Stundenplan ist flexibler, es wird praxisnah gearbeitet“, schildert Hallemann, die nicht mit Kritik am System spart. „Die Lehrerausbildung gehört endlich reformiert, man hätte viel früher auf die Umstellung reagieren müssen.“ Der Frontalunterricht habe längst ausgedient, Fachwissen sei zwar wichtig, aber Priorität würde das Eingehen auf die Kinder genießen. Einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung müsse man leisten, als Berater fungieren. „Für junge Lehrer ist es deshalb ganz wichtig, dass sie erfahrene Kollegen zur Seite gestellt bekommen“, betont die Ausgezeichnete, selbst an der Pädagogischen Hochschule in Graz – Abschluss 1988 – ausgebildet.

Den oft gescholtenen Berufsstand dürfe man nicht in den berühmten Topf werfen, meint sie, denn die Einsatzfreude sei häufig eng verknüpft mit der jeweiligen Schule. „Viel hängt von der Leitung ab und ob Engagement überhaupt wertgeschätzt wird“, stellt Hallemann, seit sechs Jahren in Markt Allhau tätig, klar. „Dann ist man auch bereit, über Gebühr hinaus zu arbeiten und nicht nur seine Stunden abzusitzen.“

(kurier) Erstellt am
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