Ein Heim für besondere Bedürfnisse

© Bild: KURIER

Neben 55 Plätzen für Allgemeinpflege gibt es im Haus St. Peter das erste Zentrum des Landes für Wachkomapatienten.

Julian (Name geändert) hat sein Zimmer am dritten Stock. Es ist Vormittag, der junge Mann sitzt vor dem Fernseher. Es läuft eine amerikanische TV-Serie. Julians Leben hat sich vor rund zwei Monaten schlagartig geändert. Der 18-Jährige ist jetzt Wachkomapatient. Nach einem Aufenthalt auf der Krankenhaus-Intensivstation wohnt er im Haus St. Peter in Oberpullendorf. Dort versuchen die Pfleger, den 18-Jährigen in einen geregelten Alltag einzugewöhnen. Dazu zählt es unter anderem, die Sinnesorgane durch äußere Reize, wie etwa akustische bzw. visuelle des Fernsehers, zu stimulieren.

Im neu errichteten Haus St. Peter, neben dem Krankenhaus, stehen 75 Pflegeplätze zur Verfügung. Der Großteil der Bewohner sind ältere Damen und Herrn. Völlig neu und einzigartig im Burgenland ist hingegen das im Haus ebenfalls untergebrachte Kompetenzzentrum für Wachkomapatienten, wie Pflegedienstleiterin Barbara Seidl bei einem Rundgang erzählt. Bis zu 15 Wachkomapatienten können hier betreut werden. "Sie werden aber nicht nur gepflegt. Es werden auch Therapien angeboten", sagt Seidl.

Die Anzahl der Plätze für Wachkomapatienten sei nach dem im Burgenland gegebenen Bedarf errechnet worden, erklärt Christian Breitfuß von Vamed, die gemeinsam mit der Burgenländischen Krankenanstalten Ges.m.b.h.H. b das neue Heim betreibt. Im dritten Stock des Hauses St. Peter ist außerdem ein Bereich für Hospizpatienten eingerichtet. Im Bereich Wachkoma und Hospiz haben die Zimmer zusätzlich eine Medikamenten- und Versorgungseinheit für medizinische Intervention und Überwachung. Für Angehörige stehen auch ein Besuchs- und Aufenthaltsraum für Angehörige zur Verfügung.

Im ersten Stock des Hauses sitzen Pauline Schweinzer, 90 Jahre und ihre Freundin Maria Gilschwert, 87, gemeinsam mit anderen Bewohnern des Heimes am Mittagstisch. Die beiden Damen sind

vor Kurzem in das neue Pflegeheim gezogen. "Es ist schön und sie sind sehr lieb hier", sagt Frau Gilschwert.

Die Kosten für das Pflegeheim betragen 13,5 Millionen Euro, es gibt Subventionen vom Land.

Erstellt am 18.04.2012