Ein Hahn im Kickerinnen-Korb

Als Co-Trainer der U 19-Damen fungiert Marc Kerschbaumer aus Oberschützen. Die EM-Endrunde ist das große Ziel.

Ich habe kein Problem damit, eine Frau als Chefin zu haben. Das ist wie zuhause", erklärt Marc Kerschbaumer mit einem Augenzwinkern. Seit Juli 2011 fungiert der 30-Jährige, wohnhaft in Oberschützen, als Co-Trainer im U 19-Nationalteam der österreichischen Fußballdamen. Mit der jetzigen Vorgesetzten, Teamchefin Irene Fuhrmann, wurde die Trainerausbildung zur A-Lizenz absolviert. „Ich war von ihrem Anruf überrascht. International habe ich Frauenfußball zwar wahrgenommen, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen", erklärt der Pädagoge (Sport und Geografie), der auch am bssm in Oberschützen engagiert ist. Mit den Abläufen im Nationalteam ist Kerschbaumer vertraut, trug der aktuelle Mittelfeld-Motor des SV Oberwart doch bis zur U 17 den rot-weiß-roten Dress. „Ich kann für meine weitere Trainerlaufbahn sicher profitieren, es wird sehr professionell beim ÖFB gearbeitet."

Taktik

Stellenwert und Anerkennung seien gestiegen, das A-Team sei auf dem Sprung in die internationale Spitze, in St. Pölten wurde ein Zentrum für Frauenfußball etabliert. 17.000 Aktive sind österreichweit registriert. „Das Niveau hebt sich ständig. Es wird nur ein Fehler gemacht, nämlich der ewige Vergleich mit dem Männerfußball. Das passiert sonst in keiner anderen Sportart", meint der Jung-Trainer. Technik und Taktik stehen im Vordergrund. Die Athletik sei nicht so ausgeprägt wie bei den Burschen­. Noch ein Unterschied: Derbe Ausdrücke sind nicht zu vernehmen. „Das war aber keine große Umstellung für mich", sagt Kerschbaumer.

Rund 30 Tage im Jahr werden mit dem U 19-Team, dem mit Christina Peintinger und Jennifer Pöltl auch zwei Kickerinnen vom FC Südburgenland angehören, verbracht. Das Aufgabengebiet ist vielfältig: Videostudium und Analyse, Taktik sowie die Arbeit am Trainingsplatz. Der nächste Einsatz führt Ende März auf die britische Insel, die zweite Qualifikationsrunde für die Europameisterschaft in der Türkei steht auf dem Programm. „Wales und Finnland sind auf Augenhöhe, aber gegen England muss alles zusammenpassen. Die Chance ist sicher da", ist Kerschbaumer überzeugt.

( Kurier ) Erstellt am 26.03.2012