Der mutmaßliche Vater wurde vor kurzem rechtskräftig wegen zurückliegender sexueller Übergriffe auf ein ebenfalls minderjähriges Mädchen zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

© APA/APA/HELMUT FOHRINGER

Missbrauch
12/06/2013

Ein Babybauch mit elf Jahren

Der Vater des Täters rechtfertigt sich.

In der kleinen Gemeinde im Bezirk Güssing herrscht noch immer Fassungslosigkeit – drei Wochen, nachdem bekannt wurde, dass die zwölfjährige Manuela (Name geändert) zu Hause allein ein Baby zur Welt gebracht hat. „Jetzt fragen mich alle, warum ich nichts von den Vorfällen nebenan bemerkt habe “, sagt ein Nachbar der Familie. Vater des Babys soll der 33-jährige Stiefvater des Mädchens sein. Er befindet sich in U-Haft. Das Ergebnis des Vaterschaftstests soll nächste Woche vorliegen.

Der 33-Jährige wurde bereits rechtskräftig zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt und zwar wegen sexuellen Missbrauchs einer anderen Stieftochter. Der Vater des Beschuldigten, Johannes Gruber (Name geändert), ist von der Unschuld seines Sohnes überzeugt, erzählt er dem KURIER. „Mein Sohn wurde im Alter von acht, neun Jahren selbst von seinen Onkeln missbraucht (die Beschuldigten wurden wegen dieses Vorwurfs freigesprochen, Anm.). Warum soll er etwas, das er gehasst hat, selbst machen?“

Mit seiner neuen Frau hat der 33-Jährige zwei gemeinsame Kinder. Als das jüngste Kind vor wenigen Monaten zur Welt kam, war die damals elfjährige Stieftochter bereits schwanger.

Auffällig

Einer Nachbarin sei die Schwangerschaft des Mädchens im August aufgefallen. „Meine Frau hat gesagt: ,Schau, die hat ja einen Babybauch‘. Und ich hab gemeint, sie soll nicht so einen Blödsinn reden, das Mädchen sei doch erst elf Jahre alt“, sagt ein Nachbar kopfschüttelnd.

In der eigenen Familie sei niemandem aufgefallen, dass sich Manuela in anderen Umständen befinde, erklärt Gruber. „Ich habe bemerkt, dass Manuelas Bauch größer geworden ist. Als ich ihre Mutter angesprochen habe, hat sie gemeint, dass der leibliche Vater Manuelas ja auch stärker ist.“

Falls sein Sohn Vater des Babys ist, hat sich Gruber ein Argument zurechtgelegt: „Es kann nur sein, dass Manuela zu ihm ins Schlafzimmer gekommen ist und er im Schlaf angenommen habe, seine Frau überrascht ihn.“

Auch mit seinem Sohn habe er über Manuelas Bauch gesprochen. „Er hat gesagt, ,Papa, egal, von wem das Kind ist, wir wollen es nicht abtreiben. Wir werden ihr schon helfen‘“.

Am 11. November brachte Manuela ihr Kind zur Welt. Zwei Tage später heiratete ihre Mutter den Stiefvater. Dass bei der Hochzeit ein Neugeborenes dabei war, verwunderte Gruber nicht. „Sie haben mir gesagt, es sei das Baby einer Bekannten. Ich hatte ja keine Ahnung, dass das Kind ein Kind bekommen hat.“

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