Chronik | Burgenland
05.12.2011

Eberau: Stück, das zum Nachdenken anregt

Eine wahre Begebenheit aus dem II. Weltkrieg ist die Grundlage für das Theaterstück "Menschen wie du und ich".

Wenn das Publikum am 2. September um 18 Uhr zur Premiere von "Menschen wie du und ich" im Kutscherhof des Wasserschlosses Eberau eintrifft, könnte durchaus Staunen die Runde machen. Es wird nämlich nichts so sein, wie man es bei einem herkömmlichen Theaterstück erwarten dürfte. Es handelt sich hierbei um ein Stationentheater, in dem die Besucher sozusagen mit der Szenerie mitwandern. Die Zuschauer nehmen dadurch aktiv am Geschehen teil.

Historie

So spannend wie die Inszenierung selbst, ist auch die Geschichte. Sie basiert auf wahren Begebenheiten. Das Stück dreht sich um eine südburgenländische Bäuerin, die im März 1945 unter Lebensgefahr zwei jüdische Flüchtlinge aufnimmt. Sie geht das Risiko ein, obwohl auf ihrem Anwesen eine Wehrmachtseinheit ihre Feldküche eingerichtet hat. Für die gesamte Familie war dieses Verhalten jedoch selbstverständlich. Die Bäuerin, Gisela Legath, wurde 1995 von Yad Vashem (israelische Behörde, Anm.) zur "Gerechten unter den Völkern" ernannt.

Das Stück wurde in Kooperation mit der Eisenstädter Historikerin Renate M. Schönfeldinger konzipiert. "Es geht nicht um eine platte Bebilderung des damaligen Geschehens, oder eine historisch korrekte, exakte Aufbereitung. Vielmehr wird der Versuch unternommen, eine spannende Geschichte aus der damaligen Zeit zu erzählen", sagt Regisseur Michael Muhr. Man wolle zum Nachdenken anregen, ganz ohne mahnenden Zeigefinger."

Statisten

Bedingt durch das szenische Konzept ist die Besucheranzahl auf 50 Personen pro Vorstellung limitiert. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Für die Aufführungen werden noch 20 bis 30 Statisten gesucht, vor allem männliche Darsteller. Interessierte können sich unter 0664/4643238 bei Michael Muhr melden. Zudem werden noch Kleiderstücke aus den 1940-er Jahren benötigt, um die Statisten ausstatten zu können.