Martin Michlits (li.) kocht im Food Truck, Baptist Niessl schupft den Laden

© /Theresa Gsellmann

Max Burgers
05/22/2016

Die Burger-Rebellen vom See

Fleisch von glücklichen Nationalpark-Rindern und handgemachte Pommes als Verkaufsschlager.

von Theresa Gsellmann

Das einzige, kleine Manko von Max Burgers gleich mal vorweg: Die Zutaten für Burger und Pommes sind oft bereits vor Lokalschluss ausverkauft. Damit Hungrige sich nicht umsonst auf einen saftigen Rindfleischburger und hausgemachte Pommes freuen, sollten sie stets früh dran sein.

Early Birds sind auch die zwei geschäftstüchtigen jungen Männer, die hinter Max Burgers stehen. Martin Michlits, 28, und Baptist Niessl, 26, stehen selbst jeden Tag um spätestens 8 Uhr Früh im kleinen Geschäft auf der Neusiedler Hauptstraße. Damit die Mittagsgäste nicht zu lange warten müssen, werden 40 Kilogramm "Grumpian", gewaschen, geschnitten und vorfrittiert", erzählt Michlits. Rund 140 Burger gehen jeden Tag über die Ladentheke.

Um Werbung und Marketing müssen sich die Burschen nicht kümmern, ihre Burger sind der Renner. Ihr Erfolgsrezept lautet Regionalität. "Wir wollen gutes Essen mit regionalen Produkten anbieten, das sich auch jeder leisten kann", sagt Baptist. Für so viel Qualität müssen Kunden auch nur ein wenig tiefer in die Tasche greifen als bei großen Fast-Food-Ketten. Menüs gibt’s zwischen 8,50 und 10 Euro.

Fleisch
Der Shooting Star unter den Max Burgers ist der "Grey Cattle" mit einem saftigen Patty vom Grauen Steppenrind. Das Steppenrind kommt wie alle anderen Tiere aus dem Nationalpark. Martin Karlo aus Pamhagen ist der Fleischer ihres Vertrauens. Hat dieser Schmankerl wie Bison, Wasserbüffel oder Mangalitzaschweine im Angebot, sind es Michlits und Niessl, die als Erste zugreifen. "Es gibt nichts Besseres als Bison. Es ist das gesündeste Fleisch und man hat einfach ein anderes Sättigungsgefühl, erklärt Michlits, der gerne experimentiert. "Die Qualität ist das Wichtigste, ich bin mir sicher, dass jedes Tier glücklich war", sagt Michlits. Sein Ziel ist es, die Jagdprüfung zu machen, damit er in Zukunft die Tiere selbst schießen kann.

So wie Karlo kennen die Burgermacher auch alle anderen Produzenten, von denen sie ihre Waren beziehen, persönlich. Das Gemüse wird vom Bauern im Seewinkel geholt, die Brötchen von einer Bäckerei in Tadten. Bis auf Ketchup und Majo sind auch alle Saucen selbst gemacht. Die Gastronomen tun das, als hätten sie nie etwas anderes gemacht, alle Zutaten sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Dabei kommen beide aus ganz anderen Branchen und haben sich als Quereinsteiger – ohne jegliches Wissen und Erfahrung – ins Business gewagt. Michlits hat als Techniker in Windparks gearbeitet, Niessl in der Brau-Union.

Seit Kurzem gehen die beiden getrennte Wege, beide unter der Marke "Max Burgers". Niessl ist mittlerweile Eigentümer des Burgerladens, Michlits hat sich mit einem Food Truck selbstständig gemacht. Einige Male pro Woche rollt der dunkelblaue Truck mit dem bunten Logo und der schmackhaften Ware nach Mönchhof, Wallern, Illmitz und Eisenstadt. Im Sommer wird Max Burgers auf vielen Festivals vertreten sein.

http://www.maxburgers.at