Chronik | Burgenland
27.08.2017

Der Wilde Westen am Ortsrand

Die Familie Wurglits führt das Gasthaus zur Post, im Sommer setzt man auf Cowboy und Indianer.

Das Gasthaus zur Post hat Tradition in Großpetersdorf. Genauso wie der Wilde Westen in der südburgenländischen Gemeinde seit Jahrzehnten dazu gehört. Für beides ist die Gastronomen-Familie Wurglits verantwortlich.

"1927 hat mein Vater das Haus gekauft und ein Gasthaus aufgemacht", sagt Seniorchef Fritz Wurglits: "Wirt wollte ich eigentlich nicht werden, ich habe Tischler gelernt." Doch da die vier Geschwister in die USA ausgewandert sind, hat er das Gasthaus im Jahr 1965 übernommen. Mittlerweile führt es in dritter Generation sein Sohn Sascha.

"Wir haben gehobene Hausmannskost", sagt der Gastronom. Gekocht wird mit Lebensmitteln aus der Region. Auf der Karte steht neben dem Wiener Schnitzel mit Petersilienkartoffeln, auch ein Uhudlerpfand’l oder Eiernockerl mit grünem Salat. Die eigene Pizzeria, die ebenfalls im Ort war, wurde ins Gasthaus verlegt. Im großen Saal finden Hochzeiten oder Feiern statt. Etwas rustikaler geht es beim zweiten Standort des Familienbetriebs zu, der Westernstadt Lucky Town. "Hätte ich nicht Tischler gelernt, gäbe es auch kein Lucky Town", sagt Wurglits. Denn vor 21 Jahren haben er und sein Sohn überlegt, was sie in Sachen Erlebnisgastronomie machen könnten. "Wir kamen auf Cowboys und Indianer", sagt Wurglits.

Westernstadt

Also wurde in Eigenregie das erste Lucky Town beim Bahnhof in Großpetersdorf errichtet. "Dass es vom ersten Tag an so einschlägt, hätten wir nicht geglaubt", erklärt der Gastronom. Nach vier Jahren zog es die Familie mit ihrer Westernstadt an die Peripherie von Großpetersdorf. "Seit 17 Jahren sind wir jetzt am Standort, jeden Montag in der Saison ist geöffnet", sagt Wurglits. Die geht vom ersten Samstag im Mai, wo es mit einem großen Aufgebot an Revolverhelden, Soldaten und Ladys vom Hauptplatz in Richtung Lucky Town geht, bis zum letzten Montag im August. "Montag ist Lucky Town, das hat sich schon so eingebürgert", sagt Wurglits. Den Besuchern wird einiges geboten, "viele kommen nur wegen der Spareribs", verrät Wurglits, der jeden Montag zum Marshall wird und in seine Cowboy Montur schlüpft.

Events

Serviert werden Chili, Lucky Dogs und Burger für die hungrigen Cowboys und Indianer. "Wir grillen auch T-Bone Steaks und haben unseren eigenen Bäckermeister vor Ort, der Brot und Gebäck frisch zubereitet", sagt Wurglits. In den drei Bars und im Saloon gibt es Whiskey und andere Spezialitäten. Wolfgang Ambros, Marc Pircher oder auch die Jungen Zillertaler haben schon auf der Lucky Town Bühne aufgespielt. Es gibt Kinderbetreuung, Ponyreiten, Bogenschießen und mit Little Raven ist auch immer ein echter Indianer mit dabei. "Heuer hatten wir auch eine Western-Stunt Show", sagt Wurglits. Bis zu 1500 Besucher zieht es jeden Montag ins Lucky Town. "Ohne Rückhalt in der Familie würde das nicht gehen", erklärt Wurglits. Diesen Montag geht die heurige Saison in der Westernstadt bereits zu Ende. www.lucky-town.at