Chronik | Burgenland
29.10.2017

Burgenland-Wahlen: SPÖ und ÖVP sahen sich als Sieger

Beide Parteien beanspruchten nach den Kommunalwahlen den Sieg für sich.

Nach dem Abschluss der Kommunalwahlen im Burgenland sahen sich am Sonntag sowohl die SPÖ als auch die ÖVP als Gewinner. Die Sozialdemokraten kommen nach der Stichwahl am Sonntag auf insgesamt 83 Ortschefs. Die ÖVP stellt - laut Landeswahlbehörde - 82 Bürgermeister, reklamiert aber einen zusätzlichen für sich. Nach der Gemeinderats-, der Nationalrats- und der Bürgermeisterwahl stehe es "3:0 für die SPÖ", sagte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) zur APA. Die ÖVP habe vier Bürgermeister gewonnen und die SPÖ vier verloren, reklamierte Landesparteiobmann Thomas Steiner den Sieg für die ÖVP.

Dreimal seien die Sozialdemokraten bei den jüngsten Wahlen die Nummer Eins geworden, argumentierte Niessl. Zu Beginn seiner politischen Tätigkeit auf Landesebene habe das Verhältnis bei den Bezirksvororten 6:1 für die ÖVP gelautet. Nun stehe es 3 ( SPÖ):3 (ÖVP):1 (Listen-Bürgermeister), dies sei "eine positive Entwicklung". Dass die Sozialdemokratie erstmalig in der Geschichte des Burgenlandes in Neusiedl am See den Bürgermeister stelle, bezeichnete der Landeshauptmann als "ein historisches Ereignis".

Bad Tatzmanssdorf ist nun sozialdemokratisch

Dass Burgenlands größter Tourismusort Bad Tatzmannsdorf nun sozialdemokratisch regiert werde, sei "natürlich auch sehr erfreulich". "Die Sozialdemokratie ist die Bürgermeisterpartei, knapp aber doch", meinte Niessl im Hinblick auf den von der Landeswahlbehörde veröffentlichten Wahlausgang, wonach die SPÖ 83 und die ÖVP 82 Bürgermeister stellt. Sechs weitere Ortschefs kommen demnach von Namenslisten.

"Natürlich hätten wir uns in der einen oder anderen Gemeinde zusätzlich einen Bürgermeister erhofft. Da sind doch einige Geschichten, die hausgemacht sind", sagte der Landeshauptmann. Das Ergebnis hätte in kleineren Gemeinden "durchaus besser" sein können. "Aber unterm Strich bilanziere ich positiv", so Niessl.

Dass die ÖVP nun den Gleichstand bei den Bürgermeistern reklamiere, das sei "der Stil der ÖVP, die ja unbedingt wollte, dass sie die Nummer Eins wird, sowohl bei den Nationalratswahlen, bei den Gemeinderatswahlen und bei den Bürgermeisterwahlen". Tatsächlich stehe es 3:0 für die SPÖ, stellte Niessl fest.

"Volkspartei auf Augenhöhe mit der SPÖ

ÖVP-Landesparteiobmann Steiner meinte, das Ergebnis der Stichwahl bestätige die Volkspartei und ihre starken Kräfte vor Ort. In 17 Gemeinden sei die Volkspartei am Sonntag zu dem auch "engere Wahl" genannten Urnengang angetreten und habe davon acht Gemeinden für sich entscheiden können: "Damit ist klar: Die Volkspartei befindet sich auf Augenhöhe mit der SPÖ und beweist einmal mehr ihre starke Kraft in den Kommunen".

Die ÖVP sieht sich - anders als Niessl - bei den Bürgermeistern gleichauf mit der SPÖ: "Jetzt stellt die Volkspartei 83 Bürgermeister, das sind um vier mehr als in der letzten Periode", erklärte Steiner. ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf begründete gegenüber der APA die Zählweise seines Parteiobmannes folgendermaßen: "Wir zählen in dem Fall den Bürgermeister der Liste Rohr zu uns. Wir haben mit ihm das telefonisch abgeklärt." Es gebe "eine Unterscheidung zwischen Bürgermeister- und Gemeinderatswahl", so Wolf. Die bei der Gemeinderatswahl antretende "Liste Rohr" lasse sich nicht der ÖVP zurechnen - der Ortschef als Bürgermeister aber "sehr wohl".

FPÖ ebenfalls zufrieden

Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) sagte, er sei "sehr erfreut", dass es der FPÖ-Kandidat in seiner Heimatgemeinde Loipersbach in die Stichwahl geschafft und 44 Prozent erreicht habe. "Das ist ja nicht so einfach", meinte er. Was ihn besonders freue, sei, dass die FPÖ in Jennersdorf die dortige Liste (Unabhängige Bürgerliste Jennersdorf, Anm) "total unterstützt" habe.

Man könne insgesamt erkennen, "dass wir halt für die Freiheitliche Partei in Zukunft, wenn wir gute Teams haben, einiges erreichen können", meinte der FPÖ-Landesparteiobmann. Einen Ortschef-Sessel konnten die Freiheitlichen nicht erringen: "Da müssen wir noch daran arbeiten. Aber die Zukunft wird sicher etwas Positives bringen", meinte Tschürtz.