Chronik | Burgenland
28.02.2018

"Burgenländische Landesholding macht Gewinn und trägt sich selbst"

80 Unternehmen des Landes sind dabei, Chef Rucker erwartet 2017 eine Million Euro Gewinn.

Diese Botschaft ist Hans Peter Rucker wichtig: "Die Landesholding macht Gewinn und trägt sich selbst", betonte deren Chef am Mittwoch. Nach dem schwierigen operativen Start 2015 mit einer tiefroten Bilanz, die geänderten Bewertungsansätzen bei der Energie Burgenland (EB) geschuldet war, konnte man 2016 mit mehr als 100.000 Euro nach Steuern einen kleinen Gewinn ausweisen. Für die Bilanz 2017, die im kommenden August vorliegen soll, rechnet der frühere Banker mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Der Plan sei, dass es "in Richtung eine Million Euro nach Steuern" gehe, sagte Rucker an der Seite der Holding-Aufsichtsratsspitzen LH Hans Niessl (SPÖ) und Landesrat Alexander Petschnig (FPÖ). Beide Politiker betonten den koalitionären Gleichklang in Sachen Holding.

Dividenden

Warum Holding-Boss Rucker das so betont? Die oppositionelle ÖVP sieht die landeseigene Dachgesellschaft von mittlerweile 80 Unternehmen (von der EB über die Krages bis zum Landesmuseum) mit einer Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro und 4400 Mitarbeitern als "aufgeblähten Parallelverwaltungsapparat, in dem das Steuergeld der Burgenländer endlos versickert".

Die Landesholding per se bekomme keine Mittel aus dem Landesbudget, entgegnete Rucker. Zur Holding gehörten einerseits Unternehmen, die Gewinne abwerfen (wie die Energie Burgenland), andererseits öffentliche Dienstleister wie die Krages. Diese Dienstleister bekämen ihre Dotierung aus dem Landesbudget aber unabhängig davon, ob sie Teil der Holding seien oder nicht. Ihre Eingliederung in die Holding führe aber zu Effizienzsteigerungen. So habe man seit 2015 die Verschuldung der gesamten Unternehmensgruppe in der Holding um mehr als 70 Millionen Euro reduzieren können. Und das mit einer 12-köpfigen Holding-Mannschaft, wobei fünf davon Buchhaltung und Rechnungswesen für mehr als zwei Dutzend Unternehmen erledigen.

Durch Optimierung von Finanzierungskonditionen werde es Einsparungen von 600.000 Euro jährlich geben. Weitere 500.000 Euro würden durch die Reduzierung der Anzahl der Geschäftsführer erspart, die früher im Proporz, also doppelt besetzt wurden, erläuterte Niessl. Auch der Beratungsaufwand sinke in der Holding um rund 100.000 Euro. Wird der Finanzexperte Günther Klöckl weiter beschäftigt, der das Land in der Vergangenheit auch bei den Zins-Swaps beraten haben soll? "Wir haben kein Vertragsverhältnis mehr mit ihm", antwortete Rucker.

Im Bereich der WiBUG (Wirtschaft Burgenland), wo zum Teil noch „Altlasten“ aufgearbeitet werden müssten, sei es gelungen, das negative Eigenkapital von 23 auf zwei Millionen Euro zu reduzieren, berichtete Petschnig aus seiner unmittelbaren Zuständigkeit in der Regierung. Die Burgenland Tourismus GmbH schreibe bereits nach eineinhalb Jahren eine „schwarze Null“.

Stimmt es, dass sich das Plus von 100.000 Euro 2016 einer Sonderdividende aus der EB verdanke, wollte der KURIER wissen. 2016 sei ein besonders einträgliches Jahr gewesen. Die Dividende sei in der EB-Hauptversammlung beschlossen worden und "bei weitem mit den Erträgnissen der Energie Burgenland gedeckt", erwiderte Rucker. Der Holding-Chef machte klar, dass er von den Unternehmen im Wettbewerb Leistungen, sprich Dividenden erwarte.