Chronik | Burgenland
24.01.2012

Breitenbrunn: Geburt im Rettungswagen

Baby Tobias Hoffmann hatte es am Montag besonders eilig und kam nach 20 Minuten im Rettungsauto zur Welt.

Viel Ruhe findet Nicole Hoffmann am Montagnachmittag in ihrem Krankenzimmer nicht. Im Minutentakt bringen Schwestern das Mobiltelefon zur frisch gebackenen Mutter, viele Medien wollen ein Interview mit dem „Star“ der Geburtenabteilung des Krankenhauses Eisenstadt. Der Grund für das große Interesse: Die junge Mutter aus Pama hat ihren Sohn Tobias auf dem Weg ins Spital im Rettungswagen zur Welt gebracht.

Montagfrüh um 7.30 Uhr haben die ersten Wehen eingesetzt, um 12.36 Uhr ist Hoffmann in den Rettungswagen in Neusiedl am See gestiegen, nachdem sie ihr Bruder von Pama zur Rettungsleitstelle gebracht hatte. Wenige Minuten später „ist es richtig losgegangen“, erinnert sie sich. Das Rot-Kreuz-Auto musste im Gemeindegebiet von Breitenbrunn anhalten, um 12.56 Uhr erblickte der kleine Tobias das Licht der Welt. „Als mir klar war, dass es jetzt so weit ist, war ich schon sehr angespannt, aber es war nicht schlimm. Wenn das Kind kommt, ist es eh egal wo“, erzählt Hoffmann.

Bei der Geburt ihrer Tochter Melina vor drei Jahren hatte sie sich geweigert mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht zu werden, „weil ich Angst hatte, dass das Baby im Auto zur Welt kommt“, erzählt die junge Frau schmunzelnd.

Entspannt 

Den Rummel um die Geburt nimmt Hoffmann gelassen: „Dann brauche ich wenigstens niemanden anzurufen, wenn‘s morgen schon in der Zeitung steht.“ Baby Tobias – 51 Zentimeter groß und 3705 Gramm schwer – verschläft den Medienansturm indes auf der Brust seiner Mutter.

Über einen Anruf freut sich Hoffmann ganz besonders. Rettungssanitäter und Geburtshelfer Alexander Heller erkundigte sich Montagnachmittag nach dem Wohlergehen seiner „Lieblings-Gebärenden“. „Ich hatte noch nie im Leben eine so reibungslose, gut funktionierende und schnelle Geburt“, schwärmte Rot-Kreuz-Mitarbeiter Heller, der der 28-jährigen Mutter zur Seite stand.