Biogasanlagen könnte schon bald der Hahn abgedreht werden

Biogasbetreiber, Burgenland…
Foto: /Roland Pittner Die Biogasbetreiber im Burgenland und in ganz Österreich hoffen auf eine Lösung, die den Fortbestand der Betriebe möglich macht, sonst gäbe es einen Kahlschlag bei den heimischen Anlagen.

Die kleine Ökostromnovelle könnte das Aus für 240 Anlagen in Österreich bedeuten.

Biogasbetreiber, Burgenland… Foto: /Roland Pittner Strom aus erneuerbarer Energie, Unabhängigkeit vom Atomstrom und fossilen Energieträgern. Vor allem das Burgenland mit der Vorzeigestadt Güssing und der Windkraft setzt stark auf Ökoenergie. Doch bei den 18 burgenländischen Biogasanlagen könnte schon bald ein Kahlschlag drohen. "Zehn Anlagen sind von der kleine Ökostromgesetznovelle direkt betroffen", sagt Erich Mandl, der eine Planungs- und Entwicklungsfirma für Biogasanlagen leitet.

Gesetzesänderung

Denn kommt die Gesetzesänderung, verlieren die Betreiber ihren Stromtarif von 15 Cent pro Kilowattstunde und müssten zu Marktpreisen zwischen 2,5 und drei Cent ihren Strom ins Netz speisen. Seit 2002 wurden die Abnahmeverträge mit den Biogasanlagenbetreibern auf jeweils 13 Jahre abgeschlossen. "Wir fordern eine Verlängerung auf 20 Jahre", sagt Johannes Hauptmann, Sprecher der Biogasanlagenbetreiber bei einer Pressekonferenz in Markt Allhau am Mittwoch. Der Staat müsse die Förderung nicht einmal bezahlen, jeder Konsument steuert pro Monat 1,80 Euro mit der Stromrechnung für Ökoenergie bei.

Die 288 Biogasanlagenbetreiber in ganz Österreich sehen durch die Gesetzesänderung in eine ungewisse Zukunft. "Die Gesetzesnovelle, die schon nächste Woche beschlossen werden soll, könnte für 240 Anlagen das Ende bedeuten", erklärt Hauptmann.

Novelle

Die Ziele der Novelle sind Ausstiegshilfen für unrentable Anlagen und kein zusätzliches jährliches Unterstützungsvolumen für Biogasanlagen ab 2018. Damit könnten laut Interessensvertretung auch jene Anlagen, die mehr als 60 Prozent Wirkungsgrad erzielen, nicht rentabel betrieben werden.

Bitter sei dies vor allem für Betriebe wie die Energiekreis Haller KG in Markt Allhau. "Wir erzeugen aus dem Mist unserer Rinder Energie und Wärme", sagt Christoph Haller. Falle die Strom- und Wärmeerzeugung weg, hätte es Auswirkungen auf den gesamten Betrieb. Auch die Firma Wolf Nudeln in Güssing setzt auf Biogas und hat für die Anlage sogar den Energy Globe Award bekommen. "Jetzt ist die Politik am Zug. Wir verhandeln auf allen Ebenen", sagt Hauptmann.

(kurier) Erstellt am
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