Chronik | Burgenland
06/03/2016

Biber sorgen für Konflikte in 29 Gemeinden

Bibermanagement versucht Lösungen für Mensch und Tier zu finden. Kritik kommt aus Zurndorf.

Etwa 100 Jahre war der Biber aus dem Burgenland verschwunden, jetzt ist er wieder da. Sein Lebensraum hat sich aber verändert. Mit der Wiederansiedlung kamen die Konflikte. "Wichtig ist es nun, zielführende Lösungen für Mensch und Tier zu finden", erklärt Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf, SPÖ. Deshalb wurde im April 2015 das Bibermanagement gegründet. Hier wird beraten und zwischen Betroffenen und Behörden vermittelt. Jeder Konflikt sei auch naturschutzrechtlich zu prüfen, da der Biber eine geschützte Art ist. 35 Konflikte wurden in 29 Gemeinden des Landes bisher betreut.

Kritik

Zurndorfs Bürgermeister Werner Friedl, SPÖ, habe vom Bibermanagement bisher noch keine Lösung bekommen. "Wir haben 14 Biberburgen, bei Mäharbeiten stürzten die Dämme ein, pro Burg sind es bis zu 6000 Euro Schaden", sagt der Ortschef. Das Problem gebe es seit zwei drei Jahren, passiert sei noch nichts. "Es kann nicht sein, dass das Land das Hab und Gut der Bevölkerung nicht interessiert und die Leute an der Leitha hängen lässt", sagt Friedl. 260.000 Euro habe die Gemeinde bereits in sichere Hochwasserschutzanlagen investiert. Den Schaden beziffert der Bürgermeister mit insgesamt 750.000 Euro. "Die Biber haben hier ein Paradies, es gibt sicher 200 Tiere", sagt Friedl.

Clemens Trixner vom Bibermanagement kennt die Problematik. "Der Bestand braucht etwa 30 Jahre bis er stagniert, wie wir von den Nachbarländern wissen", sagt Trixner. Dann würden alle Reviere besetzt sein und die Population nicht mehr wachsen. "Ob wir bis dorthin kommen, ist die Frage", sagt Trixner. Das Bibermanagement bietet zunächst Aufklärung sowie lokale Einzelmaßnahmen, Stufe zwei sei ein Eingriff in den Lebensraum, bei dem Dämme entfernt werden. Erst die dritte Stufe greift in die Population ein, mit Fallenfang, Umsiedelung oder Tötung der Tiere.

"Ich bin nicht biberfeindlich und gegen die Tötung der Tiere", sagt Bürgermeister Friedl. Er hofft, "dass die Naturschutzabteilung aus ihrem Winterschlaf erwacht".