Chronik | Burgenland
13.04.2012

Betrugsprozess gegen Ex-Obmann vertagt

Ex-Obmann und Ex-Bürgermeister von Lackenbach, Heinrich Dorner, muss ich wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges verantworten.

Eisenstadt – Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis der Abwasserverband (AWV) Mittleres Burgenland wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangt. Denn auch beim zweiten Prozesstermin am Donnerstag gab es am Landesgericht Eisenstadt wider Erwarten kein Urteil gegen den Ex-Obmann und Ex-Bürgermeister von Lackenbach, Heinrich Dorner (SPÖ).

Dorner wurde vorgeworfen, über Jahre hinweg Kilometergeld für nicht stattgefundene Fahrten in Anspruch genommen zu haben, um sich so sein Salär aufzubessern. Außerdem soll er auf Verbandskosten private Anschaffungen wie einen Wäschetrockner getätigt haben ( der KURIER berichtete).  Dorner zeigte sich geständig, den Schaden in der Höhe von 42.000 Euro hat er zurückgezahlt.

Dorner muss sich wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges verantworten. Mitangeklagt sind ein Angestellter  des AWV sowie eine Sekretärin. Sie habe die Obmann-Stellvertreter  des öfteren darauf hingewiesen, dass die Abrechnungen nicht stimmen, sagte sie bei der ersten Verhandlung im Februar. Am Donnerstag wurden sieben Zeugen befragt, darunter ein aktiver Obmann-Stellvertreter sowie ehemalige Verbandsfunktionäre von SPÖ und ÖVP.

Sieben Zeugen

Sämtliche Zeugen erklärten, von den fingierten Abrechnungen nichts gewusst zu haben. „Ich habe es ihm aber unter vier Augen gesagt", hält Dorner der Aussage eines Zeugen entgegen. Auch einem  früheren Obmann-Stellvertreter will nicht aufgefallen sein, dass etwas bei den Abrechnungen nicht stimmen könnte.   „Ich habe das nicht kontrolliert."

Für die nächste Verhandlung am 10. Mai hat der Staatsanwalt die Ladung eines früheren Funktionärs beantragt. Falls nachgewiesen werden kann, dass andere innerhalb des Verbands von den fingierten Abrechnungen gewusst haben, könnte die Anklage wegen Betrugs in eine wegen Untreue abgewandelt werden. Das Strafausmaß  wäre dann ein geringeres.