Christoph Wolf (re.) hört die Anliegen von Peter und Kristina Frank

© /Thomas Orovits

Volkspartei
09/12/2014

Beim Kaffee-Plausch wird politisch kräftig umgerührt

Jungmandatar Wolf geht neue Wege bei Bürgerkontakt und will 2017 Ortschef in Hornstein werden.

von Thomas Orovits

Mittags in einem Eisenstädter Restaurant: Christoph Wolf hört aufmerksam zu, was Peter und Kristina Frank am Herzen liegt. Einen Erziehungsführerschein für Eltern schlägt das noch kinderlose Ehepaar aus Klingenbach vor. Wichtigster Punkt auf Franks Liste. "Zum Wohle der Kinder" sollten die pädagogischen Eltern-Kurse sein, versichert Pflichtschullehrer Frank beim Kaffee-Plausch, zu dem ÖVP-Landtagsmandatar Wolf eingeladen hat. Frank, der sich als parteipolitisch ungebunden beschreibt, findet es gut, dass sich "ein Politiker Zeit nimmt".

Einige Tausend "Gutscheine für einen Kaffee mit Christoph Wolf" hat der 28-jährige Politiker verschickt, "unabhängig von Parteizugehörigkeit" an Leute, mit denen er in den vergangenen Jahren Kontakt hatte. Mehr als 50 Treffen hat Wolf seit Anfang August absolviert, meist mit Menschen aus seinem Heimatbezirk Eisenstadt-Umgebung. "Ich verspreche nichts, was ich nicht halten kann, aber nehme die Anregungen mit", erläutert der Jungmandatar, der die ambulante Sprechstunde auch als persönliche Horizonterweiterung erlebt.

Er hatte diese Kaffeerunden schon länger geplant, mittlerweile fügen sie sich aber auch in den eben angelaufenen Diskussionsprozess für ein aktualisiertes ÖVP-Programm in Bund und Land. Wolf fungiert dabei als "Evolution-Botschafter", ein Verbindungsmann zwischen Landes- und Bundespartei.

Manchmal werde beim Kaffee nur über den Zustand der Volkspartei geredet, dann höre er Lebensgeschichten oder werde mit konkreten Anliegen konfrontiert. Jobwünsche würden in diesem Rahmen fast nie deponiert.

Kritisch

Was bekommt er über den Zustand seiner Partei zu hören? "Die ÖVP sollte nach außen mit einer Stimme sprechen". Wolf glaubt fest, dass Neo-Parteichef Reinhold Mitterlehner das schafft. Was die Meinung vieler Gesprächspartner betrifft, die VP-Bünde seien ein Auslaufmodell, bleibt Wolf pragmatisch: Man müsse die Lebensrealität der Menschen betrachten und sich danach richten. In seiner Heimatgemeinde Hornstein, wo Wolf seit 2012 erster schwarzer Vizebürgermeister ist, gebe es natürlich Bünde, aber beim Ball des Seniorenbunds würde die JVP genauso mit anpacken, wünscht sich Wolf die ÖVP als Dachmarke.

Bei der Landtagswahl 2015 will der angehende Steuerberater, der 2010 ein Vorzugsstimmenmandat erreichte, wieder antreten und an der Neupositionierung der Volkspartei mitarbeiten. Das politische Meisterstück will Wolf 2017 liefern und Bürgermeister im erzroten Hornstein werden.

Eine große Chance hat die VP-Zukunftshoffnung schon ausgelassen: 2009 schlug Wolf das Angebot aus, JVP-Bundeschef zu werden und unterstützte Sebastian Kurz – heute Shootingstar der ÖVP.

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