Begas: Vorstand Simandl beurlaubt

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Foto: georg gesellmann Begas-Chef Rudolf Simandl hat seine Beurlaubung angeboten

Eine Prüfung soll ab Montag klären, ob Vorwürfe gegen den Begas-Vorstand stimmen. Simandl will voll kooperieren.

Knalleffekt in der Begas : Vorstandsdirektor Rudolf Simandl hat dem Aufsichtsratspräsidium am Freitagabend seine vorläufige Beurlaubung angeboten. Auslöser waren Unterlagen, die der Aufsichtsratsspitze am Donnerstagvormittag aus dem Unternehmen zugespielt worden waren und die eine weitere Prüfung erfordern, wie es hieß.

Worauf sich die Unterlagen beziehen, wollten Begas-Aufsichtsratspräsident Klaus Mezgolits und sein Stellvertreter Günter Toth im Rahmen einer improvisierten Pressekonferenz am späten Freitagabend in der Begas-Zentrale nicht näher kommentieren.

Wie der KURIER aus gut informierten Kreisen im Land erfuhr, soll es sich vereinfacht gesagt um den Verdacht der ungerechtfertigten Bereicherung handeln. "Schwerpunktmäßig" gehe es dabei zwar um Simandl, aber ins Blickfeld könnten auch andere aktuelle oder frühere Begas-Mitarbeiter gelangen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Prüfung Simandl habe in der zwölfstündigen Sitzung am Freitag zwar alle Fragen beantworten können, betonten Mezgolits und Toth, aber um jeden Verdacht auszuräumen, sollen ein Wirtschaftsprüfer und ein Jurist ab Montag mit einer intensiven Prüfung betraut werden. Diese vertiefende Prüfung soll 14 Tage bis drei Wochen dauern und auch klären, ob es überhaupt um strafrechtlich relevante Vorwürfe geht. In einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Montagabend wird die weitere Vorgangsweise beschlossen.

Der 62-jährige Simandl ist seit 1995 Mitglied des Vorstandes. Er ist verantwortlich für den kaufmännischen Geschäftsbereich. Sein Vertrag endet wie der seines Kollegen Leopold Buchmayer Ende des Jahres. Bekanntlich läuft derzeit die Fusion von Bewag und Begas und im Herbst 2012 ist die Begas Geschichte.

Vor diesem heiklen Hintergrund ist wohl auch die Vorgangsweise der Aufsichtsratsspitzen zu erklären, die offenbar signalisieren wollten, dass sie jedem Hinweis auf Unregelmäßigkeiten nachgehen. Schließlich gehe es um die Reputation des Unternehmens – und von Simandl.

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(kurier) Erstellt am
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