Biomasseheizanlage am Feiersteig in Eisenstadt ist eine von sechs Bioenergie-Anlagen im Burgenland

© SUSANNE EIWECK/Susanne Eiweck

Energie
09/20/2013

Bank Burgenland steigt bei Bioenergie ein

Nach Insolvenz der Bioenergie Burgenland übernehmen Energie Burgenland und Bank Burgenland das Ruder.

von Thomas Orovits

Seit Anfang 2012 ist die Bioenergie Burgenland Service GmbH insolvent. Hauptgesellschafter ist die Energie Burgenland (EB), die das Engagement von der Begas geerbt hat. Forderungen von rund 30 Millionen € sind anerkannt. 24 entfallen auf die finanzierenden Bank Burgenland und Bawag, die zehn Millionen abschreiben, 14 Mio. soll die Bioenergie in 10 bis 15 Jahren abstottern. Ende 2013 soll der Neustart der Bioenergie fixiert sein.

Am 11. November wird über den Sanierungsplan abgestimmt. Masseverwalter Klaus Dörnhöfer will den Gläubigern eine Quote von 20 % anbieten, plus 1,125 Mio. € „Superquote“ samt Zinsen für drei Jahre. Das Geld ist Teil jener 2,64 Mio. €, die der Tiroler Anlagenbauer Ortner im Frühjahr an die EB als Begas-Nachfolgerin überwiesen hat und die auf einem Treuhandkonto liegen.

Ortner hatte ab 2006 im Auftrag von Firmen im Begas-Umkreis – darunter Bioenergie Burgenland – Kraftwerke errichtet und Vorleistungen der Burgenländer mit Provisionszahlungen abgegolten. Ex-Begas-Chef Rudolf Simandl wollte anstelle offener Provisionen von Ortner 1,32 Mio. bar. Weil unklar ist, was mit dem Geld passierte, zahlte Ortner nochmal an die EB. Gegen Simandl ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für Dörnhöfer ist klar, dass ein Teilbetrag der Bioenergie gehört. Die EB will das Ergebnis der Begas-Sonderprüfung Ende nächster Woche abwarten.

Weitgehend geklärt ist die Neuordnung der Gesellschafterstruktur der Bioenergie Burgenland, die drei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie drei Biomasseanlagen betreibt. Die Bank Burgenland übernimmt die Anteile der F.E. Familienprivatstiftung Esterházy, des Waldverbandes und der Landwirtschaftskammer – um „eine geringe Abschlagszahlung“. Rund die Hälfte der Esterházy-Anteile gibt die Bank an die EB weiter, sodass Energie Burgenland künftig über 60 und Bank Burgenland etwas unter 40 % halten, erfuhr der KURIER aus Unternehmenskreisen. Schon ab 1. Oktober übernimmt die EB die kaufmännische und technische Führung der Bioenergie. Harald Kraus und der noch zu suchende technische Leiter werden Bioenergie und Energie Burgenland Biomasse GmbH in Personalunion führen. Weil die Bank ihr Engagement nur als Zwischenlösung sieht, ist mittelfristig eine Komplettübernahme der Bioenergie durch die Energie Burgenland möglich.

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