Südburgenland-Manager Werner Unger

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Südburgenland-Manager
10/20/2016

"Aus dem Raunzertum herauskommen"

Werner Unger sieht Ansiedelung neuer Betriebe und Verkehrsinfrastruktur als wichtigste Aufgabe.

von Thomas Orovits

Seit Montag ist Werner Unger offiziell im Amt. Dass der erste Südburgenland-Manager seine Arbeit nicht am nächsten Monatsersten oder erst im Jänner 2017 startet, sondern mittendrin am 17. Oktober, sagt viel über die Dringlichkeit seiner Aufgabe – und über die Einstellung des 58-jährigen gebürtigen Stremers, der in Oberwart lebt. Als ihn der KURIER am Mittwoch erreicht, hat Unger seit Amtsantritt bereits acht Gesprächstermine absolviert. "Ich treffe die Schlüsselspieler im Süden, um zu erfahren, wo der Schuh drückt", sagt der frühere langjährige Coca-Cola-Manager.

Bürgermeister, Behördenleiter und vor allem Unternehmer stehen auf dem Besuchsplan des Regional-Managers, dessen Posten in der Wirtschaftsagentur des Landes (WiBUG) angesiedelt ist. Sein Büro hat Unger im Technologiezentrum Güssing, Walter Lorenz und Heidi Höller vom Wirtschaftspark Heiligenkreuz unterstützen ihn. Unger: "Ich bin keine One-Man-Show".

Positive Reaktionen

Die Gesprächspartner hätten durchwegs "äußerst positiv" auf den Südburgenland-Manager reagiert, alle erwarten sich nun, dass man "aus dem Raunzertum herauskommt".

Apropos: Der Wirtschaftspark Heiligenkreuz an der Grenze zu Ungarn gilt als Sorgenkind. Dem vor rund zwei Jahrzehnten angesiedelten Leitbetrieb Lenzing sind keine weiteren Leitsterne gefolgt. Das will Unger so nicht stehen lassen: Die Idee des grenzüberschreitenden Wirtschaftsparks sei richtig, entscheidend sei aber der Bau der Schnellstraße. Sobald die S7 befahrbar sei, würde an ansiedelungswilligen Betrieben und Arbeitsplätzen kein Mangel herrschen, ist Unger überzeugt. Aber auch jetzt biete der Businesspark schon Vorteile, die viel zu wenig bekannt seien. So bestehe in Heiligenkreuz auch die Möglichkeit zu verzollen, ein Lkw könne dann "bis Russland" weiterfahren.

Was ist die Vision fürs Südburgenland, das trotz jahrelanger reichlicher EU-Förderung wirtschaftlich immer noch weit hinter dem Landesnorden liegt? Am dringendsten seien "Betriebsansiedelungen" in der Region, auch wenn das nach dem Versiegen der ganz großen EU-Fördertöpfe "nicht leichter geworden" sei. Dazu brauche es auch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Gute Verbindungen würden auch Südburgenländern, die pendeln müssen, den Verbleib in den Heimatgemeinden erleichtern.

Zugleich müsse man auch die einzigartige Idylle des Landstrichs bewahren, kann Unger auch der Idee, das Südburgenland zum Florida Österreichs zu machen und Pensionisten anzulocken, etwas abgewinnen. "Warum nicht? Die bringen viel Erfahrung mit und verfügen meist auch über finanzielle Mittel."

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