Ärzteverhandlungen könnten bis Ende März abgeschlossen sein

Zufriedene Gesichter nach der Verhandlungsrunde am Mittwoch: Ärztekammerpräsident Lang (Mitte), links davon Robert Maurer von de… © Bild: /georg gesellmann

Verhandelt wird über ein Gesamtpaket aus Strukturänderung und Gehalt. Allseits Lob für gutes Klima.

Noch ist der Konsens über Gehälter der Spitalsärzte und Organisation der Dienste in den fünf Krankenhäusern nicht gefunden, aber die Konfrontation der letzten Tage scheint nach der dritten großen Verhandlungsrunde am Mittwoch überwunden. "Es gab in allen Punkten Annäherung", betonte Krages-Geschäftsführer Rene Schnedl. Und auch Ärztekammerpräsident Michael Lang sprach von konstruktivem Klima und sieht die Gespräche "auf gutem Weg".

Den ganzen Vormittag und damit länger als geplant hatten die Rechtsträger der Spitäler (landeseigene Krankenanstaltengesellschaft Krages und Barmherzige Brüder) einerseits sowie Ärztekammer und Gewerkschaft andererseits in der Eisenstädter Krages-Zentrale verhandelt. Mitunter lautstark, aber am Ende war "die Grundabstimmung gefunden, jetzt geht‘s an die Details", so Schnedl. Zur Grundabstimmung gehört, dass nun über ein "Paket" aus Organisation, dienstrechtlichem Rahmen und Entlohnung verhandelt wird. Bisher wollte das Land als größter Geldgeber erst über neue Strukturen und dann übers Gehalt reden, die Ärzte sahen die Priorität umgekehrt.

Wann ist dieses Paket in trockenen Tüchern? Ende März, wünschen sich Ärztechef Lang und Krages-Zentralbetriebsratschef Heinz Kulovits. "Je früher, desto besser", antwortet Krages-Boss Schnedl, spätestens im Juni. Fix ist, dass am 11. und 16. März weiterverhandelt wird.

Arbeitszeitgesetz

Dann wird‘s wohl auch ans Eingemachte gehen, denn zu inhaltlichen Differenzen wollten sich am Mittwoch weder Schnedl noch Lang äußern, um das "gute Klima nicht wieder zu gefährden".

Die Ärztekammer hatte beim Grundgehalt ein Plus von 20 bis 30 Prozent und rund 50 zusätzliche Spitalsärzte ins Spiel gebracht, das Land will mit 25 neuen Ärzten auskommen und eine Flexibilisierung mit 12-Stunden-Diensten. Dass es mehr Ärzte und mehr Gehalt gibt, steht außer Streit. Nötig ist die Neuregelung nach einer bundesweiten Änderung des Arbeitszeitgesetzes, das die Wochenarbeitszeit von 60 auf 48 Stunden reduziert und so auch Ärzte-Gehälter kappt.

Donnerstagfrüh (8 bis 9 Uhr) wurden die 500 Spitalsärzte in Betriebsversammlungen informiert, die Akutversorgung von Patienten sollte nicht beeinträchtigt werden.

Erstellt am 26.02.2015